Der Primat der Innenpolitik

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Eckart Kehr · 1965 · Sachbuch, Geschichte


Das Werk
Deutscher Titel: Der Primat der Innenpolitik
Autor(en): Eckart Kehr
Herausgeber: Hans-Ulrich Wehler
Originaltitel: Der Primat der Innenpolitik. Gesammelte Aufsätze zur preußisch-deutschen Sozialgeschichte im 19. und 20. Jahrhundert
Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1965
Schlagwörter: Flotte, Interessen, Innenpolitik, Preußen
Sachgebiete: Sachbuch, Geschichte
Greifbare Ausgabe
Verlag: Suhrkamp


Umfang dieser Ausgabe: 292 Seiten
ISBN: 9783518108079
Verweise


Der Primat der Innenpolitik ist der 1965 von Hans-Ulrich Wehler herausgegebene Band der Aufsätze von Eckart Kehr, der 1933 starb, bevor die Bundesrepublik ihn brauchte. Kehr hatte in den zwanziger Jahren die deutsche Flottenpolitik aus agrarischen und industriellen Interessen gelesen, nicht aus der Logik der Diplomatie. Der Titel wurde zum Losungswort der Bielefelder Schule: Außenpolitik als Funktion der Innenpolitik. Das Buch ist der Vorläufer, den Wehler kanonisierte.

Inhalt

Kehr zersetzt die Legende, das Kaiserreich habe eine sachliche Weltpolitik betrieben. Die Schlachtflotte, der Zoll, die Sammlungspolitik: Interessengruppen sichern Herrschaft nach innen, indem sie Feinde nach außen organisieren. Der Primat der Innenpolitik ist keine Verschwörungstheorie; er ist die Auskunft, dass Diplomatiegeschichte ohne Klassen und Lobbys blind bleibt. Die Aufsätze über die Finanzen, über die Bürokratie, über den Imperialismus gehören zusammen als Sozialgeschichte der Macht, geschrieben gegen die Zunft der Akten der Auswärtigen Ämter.

Wehlers Ausgabe macht aus verstreuten Texten ein Programm. Kehr, jung, scharf, in der Weimarer Republik isoliert, wird zum Ahnen von 1968 und Bielefeld. Die Pointe trifft Fischer und überbietet ihn: Nicht nur die Kriegsziele von 1914, schon die Flotte der neunziger Jahre ist Innenpolitik. Wer nur den Sonderweg kennt, unterschlägt, dass Kehr ihn an Interessen festgemacht hat, nicht an einem Nationalcharakter. Wer nur die Flotte kennt, unterschlägt die Methode, jede große Geste auf ihre Nutznießer zu befragen.

Der Ton ist der der zwanziger Jahre, polemisch, oft grob, ohne die späteren Zahlengebirge Wehlers. Die Kritik hat den Primat für zu einseitig, die Vernachlässigung der internationalen Lage für dogmatisch gehalten. Geblieben ist die Pflicht, bei jeder Außenpolitik zu fragen, wem sie im Innern dient. Die Bielefelder Schule hat daraus eine Verfassung gemacht; Kehr bleibt der, der sie vor der Schule schrieb.

Einordnung

Ohne Kehr wäre Bielefeld eine Wehler-Schule ohne Ahnen. Fischer hat die Akten von 1914 geöffnet; Kehr hat die Interessen hinter der Flotte gezeigt. Neben dem Griff nach der Weltmacht und dem Kaiserreich steht dieser Band als der Text, der den Primat der Innenpolitik zum Namen machte. Die Diplomatiegeschichte hat ihn bekämpft und später teilweise aufgenommen. Wer Gesellschaftsgeschichte nur als Nachkriegsprojekt kennt, hat den Toten von 1933 nicht gelesen.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.