Der Formalismus in der Ethik und die materiale Wertethik
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Der Formalismus in der Ethik und die materiale Wertethik |
| Autor(en): | Max Scheler
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| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 1916 |
| Schlagwörter: | Wert, Person, Pflicht, Gefühl |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Philosophie |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Meiner
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| Umfang dieser Ausgabe: | 872 Seiten |
| ISBN: | 9783787324750 |
| Verweise | |
Der Formalismus in der Ethik und die materiale Wertethik ist das 1913 und 1916 in zwei Teilen erschienene Hauptwerk von Max Scheler. Scheler nimmt Edmund Husserls Wesensschau in die Moral hinüber: Werte sind nicht Setzungen eines Willens und nicht Folgen eines Nutzens, sondern Qualitäten, die im Fühlen gegeben sind. Das Buch ist die phänomenologische Ethik, gegen die Kantische Pflicht und gegen den Utilitarismus, und eines der Gründungsbücher der philosophischen Anthropologie, die Scheler später daraus zog.
Inhalt
Scheler greift Kants Formalismus an, ohne hinter die Einsicht zurückzufallen, dass Moral nicht von Neigungen abhängen darf. Der kategorische Imperativ bleibt leer, wenn er nur die Form der Allgemeinheit vorschreibt; was gut ist, muss inhaltlich gegeben sein. Werte erscheinen in einer Rangordnung: das Angenehme, das vitale Edle, das geistige Schöne, Wahre, Gerechte, das Heilige. Sie werden nicht geschlossen, sondern gefühlt, in Akten der Vorliebe und des Abscheus, die selbst eine Erkenntnis sind. Das Fühlen ist nicht dumpfer als das Urteilen; es hat eine eigene Evidenz. Wer den höheren Wert dem niederen opfert, irrt, auch wenn die Pflicht erfüllt scheint.
Die Person ist der Ort dieser Akte, nicht ein Ding unter Dingen und nicht das transzendentale Ich Kants. Sie existiert nur im Vollzug, sie lässt sich nicht definieren, ohne sie zu verfehlen. Pflicht und Norm kommen nach; zuerst ist das Werthaben. Scheler unterscheidet sittlich gut – die Realisierung des höheren Wertes in der Person – von bloß korrektem Verhalten. Liebe ist die Bewegung, in der höhere Werte sichtbar werden, nicht eine Wärme neben der Erkenntnis. Hass verdunkelt. Die materialen Werte sollen die Ethik vor dem Relativismus retten, ohne sie an eine Kultur oder an ein Gesetzbuch zu binden: Die Rangordnung gilt, auch wo Gesellschaften sie verkehren.
Das Buch ist weitläufig, polemisch gegen Kant, gegen Nietzsche, wo dieser Werte nur als Machtmasken liest, und gegen jede Soziologie, die Moral in Anpassung auflöst. Scheler schreibt als Phänomenologe, der Wesensverhalte beschreibt, und als Zeitgenosse, der den Krieg und das Ressentiment kennt. Später hat er die Anthropologie vom selben Grund aus entworfen: der Mensch als Wesen, das Nein sagen kann, weil es Werte sieht, die das Leben übersteigen. Wer nur die Rangordnung als Tafel nimmt, unterschlägt die Person; wer nur die Person nimmt, unterschlägt, dass Scheler eine objektive Ordnung behauptet, nicht eine Existentialethik des Entwurfs.
Einordnung
Scheler hat der Phänomenologie die Moral geöffnet, die Husserl in den Logischen Untersuchungen der Logik vorbehalten hatte. Die katholische Soziallehre, die philosophische Anthropologie, Nicolai Hartmanns Ethik zehren davon, oft ohne den phänomenologischen Anspruch zu teilen. Heidegger hat Scheler geschätzt und die Wertphilosophie trotzdem für eine Verdinglichung gehalten; die Nachkriegsphilosophie hat den Formalismusband hinter Sein und Zeit zurücktreten lassen. Geblieben ist der Einspruch, dass Pflicht ohne Inhalt leer und Nutzen ohne Rang blind ist. Wer nach 1916 über Werte spricht, als wären sie nur Regeln oder nur Gefühle, spricht an diesem Buch vorbei.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
