Das Transferabkommen
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Das Transferabkommen |
| Autor(en): | Edwin Black |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Macmillan |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1984 |
| Seitenanzahl: | 430 Seiten |
| Originaltitel: | The Transfer Agreement: The Dramatic Story of the Pact Between the Third Reich and Jewish Palestine |
| Originalsprache: | englisch |
| ISBN-10: | 0025111302 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9780025111301 |
| Schlagwörter: | Abkommen, Zionismus, Palästina, Rettung |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Geschichte |
| Rezensionen | |
The Transfer Agreement ist die 1984 bei Macmillan erschienene geschichtliche Untersuchung von Edwin Black über das Ha’avara-Abkommen von 1933 zwischen zionistischen Organisationen und dem Deutschen Reich. Der Untertitel nennt das Drama eines Pakts, der Juden und einen Teil ihres Vermögens nach Palästina brachte, während zugleich der weltweite Boykott deutscher Waren ins Stocken geriet. Eine deutsche Ausgabe gibt es nicht; das Buch wird auf Deutsch unter dem englischen Titel geführt. Black, Sohn von Holocaustüberlebenden, hat Jahre in Archiven verbracht. 1985 erhielt er den Carl-Sandburg-Preis der Chicagoer Stadtbibliothek für das beste Sachbuch des Jahres.
Inhalt
Black schreibt gegen zwei bequeme Erzählungen. Die eine hält jeden Verkehr mit Hitlerdeutschland für Verrat; die andere sieht im Abkommen nur eine Fußnote der Auswanderung. Dagegen rekonstruiert er, wie nach der Machtübertragung 1933 der jüdische Boykott deutscher Waren das Reich traf und wie zionistische Unterhändler daraus eine Gegenrechnung machten: Ausreise gegen Transfer von Gütern, die in Palästina gutgeschrieben wurden. Die Spaltung innerhalb des Judentums ist der eigentliche Gegenstand. Wer den Boykott verschärfen wollte, setzte auf Druck von außen; wer auswandern wollte, brauchte eine Tür, und Türen öffnet in solchen Jahren oft der Feind. Black besteht darauf, dass beides zugleich wahr sein kann: Rettung und Geschäfte mit den Tätern.
Die Zahlen, die er anführt, sind nüchtern und schwer. Etwa sechzigtausend deutsche Juden gelangten auf diesem Weg nach Palästina, mit einem Teil ihrer Vermögenswerte in Form deutscher Exportgüter. In Palästina lebten damals rund hundertfünfundsiebzigtausend Juden; der Zustrom der Jahre 1933 bis 1936 veränderte die Siedlung, die Wirtschaft und das Gewicht der deutschen Sprache. Black folgt den Verhandlungen der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, den Konflikten mit den Boykottbewegungen in den Vereinigten Staaten und den Interessen des Reichs, das Devisen sparen und zugleich den Boykott schwächen wollte. Er schildert Personen und Sitzungen, Telegramme und Kompromisse, und er lässt die moralische Unreinheit der Lage stehen. Das Abkommen war, schreibt er, eine der wenigen Handlungen, die vor dem späteren Massenmord Leben und Vermögen retteten – und es war ein Pakt mit dem Verfolger.
Das Buch wird unsicher, wo aus der Archivarbeit eine Anklage gegen ganze Strömungen wird. Richard S. Levy hat in Commentary die Fakten nicht bestritten, wohl aber den Ton: Black füge dem Kenntnisstand Verschwörungsgetue, Unterstellung und Sensationslust hinzu, nichts Neues und manches Falsche. Die Kritik trifft eine Schwäche, die das Buch selbst nicht leugnet: Es erzählt wie ein Enthüllungsstück, obwohl das Ha’avara-Abkommen Historikern nicht unbekannt war. Black weiß, dass er die Zionisten härter liest als viele Überlebende es ertragen, und beharrt darauf, die Rettung nicht von ihrem Preis zu trennen. Die Sprache ist die des aufdeckenden amerikanischen Sachbuchs, getragen von Familiengeschichte, ohne die Distanz der deutschen Zeitgeschichtsschreibung.
Einordnung
Das Buch steht in der englischsprachigen Debatte über Rettung, Kollaboration und den Preis des Überlebens, neben den Akten zum Ha’avara-Abkommen und der späteren Forschung zur jüdischen Politik nach 1933. Es hat dem Stoff Aufmerksamkeit verschafft, die Fachhistoriker oft als verspätet und übertrieben empfanden. In Deutschland blieb es ohne Übersetzung; wer hier über das Abkommen spricht, tut es meist aus anderen Quellen. Dennoch wirkt Blacks These weiter, weil sie eine unbequeme Wahrheit festhält: dass Rettung unter einer Verfolgerherrschaft selten rein ist.
Geblieben ist der Streit, ob der Boykott Hitler früher hätte treffen können und ob die zionistische Option Palästina über den Schutz der in Deutschland Verbliebenen stellte. Wer nach 1984 über das Verhältnis von Zionismus und nationalsozialistischer Auswanderungspolitik spricht, stößt auf dieses Buch, auch wenn er es für schäbig hält. Die späteren Auflagen bei Dialog Press haben den polemischen Atem nicht geglättet. Es ist ein Dokument der amerikanischen Erinnerungskultur so sehr wie der Diplomatiegeschichte.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
Später durchgesehen: Ein zweites KI-Sprachmodell hat den Text geprüft und einzelne Formulierungen berichtigt (Grok 4.6, xAI). Bestand, Auswahl und Ausgabendaten blieben dabei unverändert; welche Sätze geändert wurden, zeigt die Versionsgeschichte.
