Das Klima der Geschichte im planetarischen Zeitalter

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Dipesh Chakrabarty · 2021 · Sachbuch, Geschichte
Das Werk
Deutscher Titel: Das Klima der Geschichte im planetarischen Zeitalter
Autor(en): Dipesh Chakrabarty
Originaltitel: The Climate of History in a Planetary Age
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 2021
Schlagwörter: Klima, Planet, Historie, Anthropozän
Sachgebiete: Sachbuch, Geschichte
Greifbare Ausgabe
Verlag: Suhrkamp


Umfang dieser Ausgabe: 443 Seiten
ISBN: 9783518587799
Verweise

Das Klima der Geschichte im planetarischen Zeitalter erschien 2021, deutsch 2022 bei Suhrkamp. Dipesh Chakrabarty holt die Klimakrise in die Historie: nicht als Thema am Rand, sondern als Bruch der Zeitordnung, in der Menschen ihre Geschichten erzählt haben.

Inhalt

Die Geschichtsschreibung der Moderne, so Chakrabarty, hat mit menschlichen Zeiträumen gearbeitet: Revolutionen, Kapital, Kolonie, Nation. Das Klima zwingt eine zweite Uhr dazu: geologische, planetarische Dauern, in denen die Spezies als Kraft erscheint, ohne dass diese Spezies politisch eine ist. Der Mensch der Freiheit und der Mensch der geologischen Agentur fallen auseinander. Wer nur die erste Geschichte erzählt, macht aus der Erwärmung ein Verteilungsproblem unter Zeitgenossen. Wer nur die zweite erzählt, löscht Klasse, Kolonie, Schuld. Chakrabarty hält beide Register offen und zeigt, wo sie sich reiben: Das Anthropozän ist keine Epochentaufe, die den Historiker entlastet, sondern eine Zumutung an sein Handwerk.

Das Buch versammelt und erweitert Essays, die mit dem Aufsatz von 2009 über das Klima der Geschichte begonnen haben. Es ist keine Klimawissenschaft und kein Manifest der Klimagerechtigkeit, sondern eine Reflexion darüber, welche Vergangenheit die Krise braucht. Planetarisch heißt nicht global: global bleibt die Vernetzung des Kapitals und der Reiche; planetarisch ist die Erde als System, das Menschen tragen, ohne es zu meinen. Die postkoloniale Kritik, die Chakrabarty in Europa als Provinz an der stillen Maßeinheit Europa geübt hat, wird hier nicht gestrichen. Sie wird kompliziert: Die Provinzialisierung Europas reicht nicht, wenn die Erde selbst aus dem Hintergrund tritt.

Der Ton ist abwägend, akademisch, ohne die Dringlichkeit zu leugnen. Die Kritik nannte das zu wenig politisch, zu speziesförmig, zu nachgiebig gegenüber einer Universalgeschichte, die die postkoloniale Theorie gerade zerschlagen hatte. Chakrabarty antwortet, indem er die Differenz nicht aufgibt: Die Armen trifft die Erwärmung zuerst, und doch ist die Uhr, die tickt, nicht nur die der Ungleichheit. Wer das Buch als Absage an Marx liest, hat die Doppelheit verfehlt. Wer es als Klimapamphlet liest, hat den Historiker verfehlt.

Einordnung

Ohne diesen Band bleibt das Anthropozän in der Historie ein Modewort. Chakrabarty hat der Zunft die peinliche Frage gestellt, ob ihre Zeitbegriffe die Krise überhaupt fassen. Wer nach 2021 Klimageschichte schreibt, als wäre sie Umweltgeschichte mit mehr Daten, spricht hinter diesem Buch.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.