Das Geheimnis

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Rhonda Byrne · 2006 · Sachbuch, Zeitdiagnose


Das Werk
Deutscher Titel: Das Geheimnis
Autor(en): Rhonda Byrne
Originaltitel: The Secret
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 2006
Schlagwörter: Wunsch, Gesetz, Selbsthilfe, Markt
Sachgebiete: Sachbuch, Zeitdiagnose
Greifbare Ausgabe
Verlag: Goldmann


Umfang dieser Ausgabe: 237 Seiten
ISBN: 9783442337903
Verweise


Das Geheimnis ist das 2006 zuerst als Film, dann als Buch erschienene Werk der australischen Produzentin Rhonda Byrne über das sogenannte Gesetz der Anziehung: Wer denkt, was er wünscht, dem kommt es entgegen. Die deutsche Ausgabe bei Goldmann machte aus The Secret Das Geheimnis und aus einer Fernsehidee einen Band, der auf Nachttischen lag, in Gruppen weitergegeben und in Feuilletons als Aberglaube behandelt wurde. Es ist kein Roman und keine Untersuchung; es ist eine Lehre in der Form des Buches, die den Markt der Lebenshilfe auf den Satz reduzierte, das Universum höre zu.

Inhalt

Byrne erzählt eine Entdeckung. Ein Fragment, ein älteres Schriftstück, die Einsicht, dass erfolgreiche Menschen einer Regel folgen, ohne sie zu nennen: Aufmerksamkeit schafft Wirklichkeit. Gedanken sind Ursachen, Ereignisse Wirkungen; Dankbarkeit zieht nach, Furcht stößt ab. Das Buch wechselt zwischen Behauptung, Anekdote und Zitat – Erfinder, Unternehmer, einzelne Lehrerinnen und Lehrer der positiven Haltung, die Byrne zu einer Ahnenreihe fügt. Gegen die Psychologie, die das Unbewusste als Widerpart kennt, und gegen die Religion, die das Gebet an einen Gott bindet, setzt sie eine Technik des Wünschens, die ohne Kirche und ohne Klinik auskommt. Der Leser soll sich das Ziel vorstellen, es fühlen, als wäre es da, und warten, ohne zu zweifeln.

Die Kapitel sind kurz, die Sätze sind Sprüche, das Layout lässt viel Weiß. Das ist nicht Nachlässigkeit; es ist die Form der Überzeugung, die man in einem Abend liest und am nächsten Morgen zitiert. Byrne hat den Film zuerst gemacht: Gesichter, die in die Kamera sagen, es funktioniere. Das Buch ist die haltbare Fassung derselben Stimmen. Wer Belege sucht, findet Geschichten des Gelingens; wer Gegenbeispiele sucht, wird auf falsches Denken verwiesen. Die Armut, die Krankheit, das Unglück geraten in die Nähe der Schuld, auch wo der Text das nicht laut sagt. Genau dort hat die Kritik angesetzt, und genau dort haben Leserinnen und Leser Trost gefunden, der keine Institution brauchte.

Die Wirkung war eine doppelte. Buchhandlungen haben Tische damit gefüllt; Prediger und Trainer haben das Vokabular übernommen; Spötter haben das Universum als Versandhaus nachgezeichnet. Byrne hat nachgelegt, ohne das erste Buch zu ersetzen. Das Geheimnis bleibt das Ereignis, weil es den Satz so einfach machte, dass er sich von der Verfasserin lösen konnte. Man musste Byrne nicht kennen, um das Gesetz weiterzusagen. Das ist die Stärke eines Lehrbuchs, das keines sein will, und die Schwäche einer Diagnose, die Gesellschaft durch Haltung ersetzt. Wer nur den Spott kennt, hat nicht gesehen, wie viele das Buch als Erlaubnis lasen, sich etwas zu wünschen. Wer nur die Erlaubnis kennt, hat die Rechnung nicht gelesen, die es den Unglücklichen stellt.

Einordnung

In der Geschichte des billigen, sichtbaren Buches steht Das Geheimnis neben den Romanen, die keine Schule braucht und die der Handel trotzdem stapelt. Es hat den Markt der Lebenshilfe nicht erfunden, aber auf einen Satz gebracht, den man weitergeben kann, ohne zu zitieren. Zur Philosophie und zur Seelsorge hält es Distanz; zur Werbung nicht. Nach diesem Band ist die Rede vom positiven Denken ein Massenartikel, nicht eine Praxis kleiner Zirkel. Wer über den Kanon des einundzwanzigsten Jahrhunderts spricht, ohne die Tische der Buchhandlung zu kennen, auf denen dieses Geheimnis lag, spricht von einem anderen Literaturbetrieb als dem, in dem gelesen wird.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.