Das Ende der Moderne

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Gianni Vattimo · 1985 · Sachbuch, Philosophie


Das Werk
Deutscher Titel: Das Ende der Moderne
Autor(en): Gianni Vattimo
Originaltitel: La fine della modernità
Originalsprache: italienisch
Erstveröffentlichung: 1985
Schlagwörter: Nihilismus, Verwindung, Hermeneutik, schwaches Denken
Sachgebiete: Sachbuch, Philosophie
Greifbare Ausgabe
Verlag: Reclam


Umfang dieser Ausgabe: 208 Seiten
ISBN: 9783150086247
Verweise


Das Ende der Moderne (italienisch La fine della modernità) ist die 1985 erschienene Essayfolge Gianni Vattimos, in der das starke Denken der Metaphysik sich verwindet, nicht überwunden wird: ein schwaches Denken, das den Nihilismus Nietzsches und Heideggers als Chance liest, nicht als Abgrund. Das Buch hat der italienischen Theorie nach Croce und Gramsci die nachmoderne Philosophie gegeben, weicher als Derrida, politischer als bloße Dekonstruktion.

Inhalt

Vattimo nimmt Heidegger beim Wort der Verwindung: Die Metaphysik endet nicht, indem man sie zerschlägt, sie endet, indem man sie abschwächt, ihrer Gewalt die Grundlage nimmt. Wahrheit wird Überlieferung, Sein wird Ereignis, das keine Letztbegründung mehr trägt. Gegen Croces Geschichte als Freiheit des Geistes setzt Vattimo eine Geschichte, die keine Richtung mehr heiligen darf – der Faschismus Gentiles hat gezeigt, wohin der Akt führt, der sich für stark hält. Gegen Gramscis Hegemonie setzt er keine Gegenhegemonie der Stärke, sondern die Schwächung der Ansprüche, die töten.

Das schwache Denken, pensiero debole, ist das Schlagwort, das das Buch getragen und oft verdorben hat. Vattimo meint keine Beliebigkeit; er meint eine Ethik der Verwindung, in der Hermeneutik an die Stelle der Grundlegung tritt. Eco hatte Offenheit als Form der Werke gesetzt; Vattimo setzt Schwäche als Lage des Denkens nach der Moderne. Calvino schlug Tugenden vor; Vattimo schlägt Abdankung der Fundamente vor, ohne die Tugenden zu streichen. Die Religion kommt später als schwacher Glaube zurück; hier steht noch die philosophische Diagnose.

Die Kritik hat Vattimo Relativismus vorgeworfen, eine italienische Glätte, die den Konflikt scheut. Wer nur das Schlagwort kennt, hat die Heidegger-Lektüre nicht gelesen. Wer nur Heidegger sucht, unterschlägt, dass Vattimo politisch wurde – Europa, die Linke, das Christentum als säkulare Schwäche. Das Buch bleibt der italienische Beitrag zur Postmoderne, der Lyotards Ende der großen Erzählungen in die Hermeneutik übersetzt, ohne Paris zu kopieren. Turin denkt anders als die École.

Einordnung

Vattimo hat der italienischen Theorie das Ende der Moderne als Verwindung hinterlassen. Neben Croce, Gentile, Gramsci und Eco steht dieser Band als die Behauptung, dass Stärke im Denken die Gewalt vorbereitet. Die Wirkung liegt in der Hermeneutik, in der politischen Kultur Italiens nach 1980, in jeder Rede vom schwachen Denken. Wer nach 1985 Postmoderne sagt und Abdankung der Fundamente meint, spricht Vattimo. Agamben und Negri haben später wieder Stärke gesucht; das Ende bleibt der Einschnitt, den sie brauchen, um neu zu beginnen.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.