Cryptonomicon
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Cryptonomicon |
| Autor(en): | Neal Stephenson |
| Originaltitel: | Cryptonomicon |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1999 |
| Schlagwörter: | Verschlüsselung, Krieg, Gold, Rechner |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Goldmann
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| Umfang dieser Ausgabe: | 1180 Seiten |
| ISBN: | 9783442545292 |
| Verweise | |
Cryptonomicon ist der 1999 erschienene Roman von Neal Stephenson, deutsch 2001 bei Manhattan/Goldmann in der Übertragung von Juliane Gräbener-Müller und Nikolaus Stingl. Der Titel nennt ein fiktives Buch über Geheimschriften; der Roman selbst ist ein Doppelwerk: der Zweite Weltkrieg der Codebrecher und ein Datenhafen in den neunziger Jahren. Stephenson hatte mit Snow Crash die Spekulation über Netze und Sprache bekannt gemacht; hier legt er Mathematik, Marine, Bergbau und Geschäft ineinander. Der spätere Barock-Zyklus greift zeitlich vor und hängt über Figurenlinien mit diesem Band zusammen. Es ist ein langes, oft komisches, oft lehrendes Buch über das, was man verbergen und was man zählen kann.
Inhalt
Im Krieg arbeitet Lawrence Pritchard Waterhouse, Mathematiker, in Bletchley Park und später im Detachment 2702, das verschleiern soll, warum die Alliierten Enigma-Funk lesen: Man inszeniert Zufälle, damit die Deutschen den Bruch der Chiffre nicht merken. Neben ihm steht der Marineinfanterist Bobby Shaftoe, der durch Shanghai, Guadalcanal und Europa taumelt, Liebesbriefe schreibt, Morphium kennt und Aufträge ausführt, die er nicht durchschaut. Der japanische Ingenieur Goto Dengo gräbt auf den Philippinen ein Gewölbe für Gold der Kriegsbeute, ein Schacht, der Menschen frisst. Zwischen den Kapiteln stehen Exkurse über Information, Zufall, den Unterschied zwischen einer Nachricht und dem Lärm, der sie deckt. Stephenson erklärt, ohne den Roman zur Schule zu machen, und macht ihn doch zur Schule: Wer die Chiffre nicht will, muss die Menschen tragen.
In den neunziger Jahren versucht Waterhouses Enkel Randy Waterhouse, Informatiker, mit Partnern in der fiktiven Sultanat-Insel Kinakuta einen Ort zu bauen, an dem Daten außerhalb der Reichweite von Staaten liegen. America Shaftoe, Bobbys Tochter, taucht nach Wracks und nach dem Gold, das Goto Dengo vergraben hat. Die Firma, die Investoren, die Geheimdienste und die alte Kriegsrechnung kreuzen sich: Wer den Schatz hebt, hebt auch die Frage, wem Verschlüsselung gehört. Randy gerät in Haft, in die Mathematik der Vorgänger, in Liebes- und Geldnöte. Die beiden Zeitebenen kommentieren einander, ohne dass der Roman sie in einem einfachen Erbe auflöst. Das Gold des Krieges wird zum Kapital des Netzes; die Chiffre, die einst Schiffe rettete, soll nun Konten unsichtbar machen.
Gegen Ende schließen sich die Linien, soweit Stephenson das zulässt: Goto Dengo überlebt als alter Mann, das Gewölbe ist nicht nur Metapher, Shaftoes Krieg endet anders als die Filme es wollen, Waterhouse rechnet weiter. Der Datenhafen bleibt ein Versprechen mit Rissen. Der Roman ist voller Listen, Speisekarten, Programmierwitze und plötzlicher Gewalt. Er erzählt nicht eine einzige Jagd, sondern das Handwerk des Verbergens in zwei Jahrhunderthälften. Wer nur die Kriegsstränge liest, liest einen Soldatenroman mit Mathematik; wer nur die neunziger Jahre liest, liest einen Geschäftsroman mit Toten. Zusammen sind sie das Cryptonomicon: die Lehre, dass Information Materie hat.
Einordnung
Stephenson hat den Technikroman aus der Nische geholt, ohne die Nische zu verleugnen: Die Seiten, auf denen eine Chiffre oder ein Bergwerk erklärt wird, gehören zur Handlung, nicht in den Anhang. Verglichen mit Ecos Das Foucaultsche Pendel, das Verschwörung als Lesen entlarvt, nimmt Cryptonomicon die Geheimdienste wörtlich und die Spekulation über Daten als Arbeit. Der Barock-Zyklus hat später Vorfahren nachgeliefert; man kann diesen Band allein lesen. Kritiker warfen ihm Länge, Bubenwitz und Lehrton vor; Leser behielten Waterhouse und Shaftoe.
Verfilmungen sind ausgeblieben, was dem Buch nicht schadet: Die Exkurse sind Prosa, kein Drehbuch. In der Nachbarschaft der Romane über Enigma und über das frühe Netz steht es als das überlange amerikanische Zwischending, gelehrt und grob. Der deutsche Text ist eine Leistung der Übersetzer, weil der Witz oft im Fachwort sitzt. Wer nach Stephenson über Verschlüsselung und Staat spricht, spricht hinter diesem Band, auch wo die Technik der neunziger Jahre schon Geschichte ist.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
