Contra Celsum

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Contra Celsum
Autor(en): Origenes
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Herder
Serie: Fontes Christiani
Erscheinungsjahr: 248
Seitenanzahl: 864 Seiten
Originaltitel: Κατὰ Κέλσου
Originalsprache: griechisch
ISBN-10: 3451290502
ISBN-13/

EAN-Code:

9783451290503
Schlagwörter: Apologie, Logos, Heidentum, Glaube
Sachgebiete: Sachbuch, Theologie
Rezensionen
Umschlag

Contra Celsum (griechisch Katá Kélsou, „Gegen Kelsos“) ist die acht Bücher umfassende Streitschrift, die Origenes zwischen 244 und 249 auf Bitten seines Freundes Ambrosius gegen die antichristliche Schrift Alethes logos („Wahre Lehre“) des Philosophen Kelsos verfasste. Kelsos hatte um 178, wahrscheinlich in Alexandria, die erste durchgearbeitete philosophische Polemik gegen das Christentum vorgelegt; sein Text ist nur in den Zitaten des Origenes erhalten. Weil Origenes Abschnitt für Abschnitt anführt und widerlegt, lässt sich der Aufbau des Gegners ungefähr zurückgewinnen. Die Schrift richtet sich nicht nur an Gläubige, sondern an Unvertraute und im Glauben Schwache. Sie ist die umfangreichste erhaltene Apologie der Alten Kirche.

Inhalt

Origenes schreibt gegen den Vorwurf, das Christentum sei eine barbarische Geheimlehre niedriger Herkunft, die den Verstand ausschalte und den Staat untergrabe. Im Vorwort erklärt er, eigentlich genügten Schrift und das Schweigen Jesu vor falschen Anklagen; er antwortet trotzdem, um den Auftrag nicht zu verweigern. Kelsos wirft den Christen gesetzwidrige Vereinigungen vor, Übernahme jüdischer und fremder Lehren, den Satz „Prüfe nicht, sondern glaube“, die Verachtung der Weisheit, den einen Gott gegen die vielen Götter und die niedrige Geburt Jesu. Origenes gibt manches zu und dreht es um: die illegalen Versammlungen seien durch Verfolgung erzwungen; die Lehre sei göttlich, nicht barbarisch; griechische Philosophen selbst hätten von Juden gelernt, Pythagoras nicht ausgenommen. Eine Geheimlehre könne nicht sein, was fast die ganze Welt kenne.

Die Behauptung, der christliche Glaube sei vernunftfähig, entfaltet Origenes an den einzelnen Anklagen. Den Satz, man solle nicht prüfen, sondern glauben, hält er für eine Lagebeschreibung der Menge, nicht für ein Verbot der Untersuchung: die wenigsten hätten Muße zur Prüfung, in jeder Schule folgten Schüler den Lehrern. Dass viele durch den einfachen Glauben vom Laster weggekommen seien, zählt er als sittlichen Erweis. Die Torheit, von der Paulus spricht, sei die Weisheit dieser Welt vor Gott, nicht die Absage an Denken. Gegen den Vorwurf, Moses habe fremdes Gut genommen, fragt er, was daran verwerflich sei, wo Hochkulturen voneinander lernten. Den einen Gott könne Kelsos ebensowenig widerlegen, wie er die Götter der Griechen als handelnde Wesen erweise. Die niedrige Herkunft Jesu werde durch die Wirkung auf die bewohnte Erde aufgewogen, die Themistokles, Pythagoras und Platon übertreffe. Kelsos, so Origenes, verstelle sich: als Epikureer wage er sich nicht zu bekennen, weil er sonst als religiöser Philosoph nicht ernst genommen würde.

Unsicher bleibt, wie vollständig die Zitate den Alethes logos wiedergeben. Origenes behauptet, auf alle Argumente eingegangen zu sein; die Forschung schätzt den überlieferten Anteil sehr unterschiedlich. Die Widerlegung folgt dem Gegner so dicht, dass dessen Stimme oft klarer klingt als die des Verteidigers. Gegenpositionen sind also nicht Rand, sondern Gerüst: Dämonenlehre, Auferstehung, die Beziehung zum Judentum, die politische Loyalität. Origenes teilt mit Kelsos mehr Weltbild, als die Polemik zugibt – Vorsehung, Logos, eine gestufte Geistwelt –, und streitet um die Person Jesu und die Ausschließlichkeit des einen Gottes. Die Schrift ist deshalb zugleich Quelle für den Angriff und für die gebildete Selbstverständigung des Christentums im dritten Jahrhundert.

Einordnung

Ohne Contra Celsum wäre Kelsos fast stumm; mit ihm wird die heidnische Kritik am Christentum erst historisch greifbar. Die acht Bücher stehen in der Reihe der griechischen Apologien, übertreffen sie aber an Umfang, Zitatdichte und philosophischem Anspruch. Justin der Märtyrer hatte den Dialog mit der Philosophie gesucht; Origenes antwortet einem konkreten Gegner auf dessen eigene Einwände. Die lateinische Tradition, von Tertullians Apologeticum bis zu Laktanz, führt denselben Streit in anderer Sprache. Neuere Ausgaben, namentlich die von Henry Chadwick und die griechisch-deutsche Fontes-Christiani-Edition, haben den Text wieder zu einem Arbeitsbuch der Patristik gemacht.

Neben dem Dialog mit dem Juden Tryphon zeigt die Schrift, dass das frühe Christentum sich nach zwei Seiten verteidigen musste: gegen die Synagoge und gegen die Schule. Wer Origenes nur als Allegoriker der Schrift kennt, verfehlt den öffentlichen Streit um Vernunft und Kult. Wer die Apologie für bloße Rhetorik hält, verfehlt, dass hier zum ersten Mal ein gebildeter Heide das Christentum als in sich zusammenhängende Lehre angreift und ein christlicher Gelehrter diese Lehre als prüfbar auslegt. Der Streit ist nicht entschieden; er hat die Form gefunden, in der er sich bis in die Neuzeit wiederholt.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.