Autor:Petrus Damiani

1007 1072
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Petrus Damiani (um 1007–1072), in Ravenna geboren, hat der Kirchenreform des elften Jahrhunderts die schärfste Anklage gegen sexuelle Verfehlungen des Klerus geliefert. Der Liber Gomorrhianus verlangt Strafe für gleichgeschlechtliche Akte, Verkehr mit Knaben und die wechselseitige Lossprechung in der Beichte; er ist Reformwaffe, nicht Seelsorge.

Leben

Arme Herkunft, Rhetorik in Parma und Ravenna, um 1035 der Eintritt ins Eremitenkloster Fonte Avellana bei Gubbio. Der Umweg ist die Strenge: Geißelung, Schlaflosigkeit, dann Prior, Kardinalbischof von Ostia wider Willen, Legat der Reformpäpste. 1049 widmete er Leo IX. das Buch von Gomorra. Er starb auf der Rückkehr von einer Friedensmission in Faenza.

Wirkung

Damiani hat Amt und Begehren im Klerus unter päpstliche Zucht zwingen wollen: Zölibat gegen Priesterehe, Absetzung gegen Sodomie, Öffentlichkeit gegen das Beichtgeheimnis unter Mitschuldigen. Die gregorianische Reform hat diese Offensive gebraucht. Leo lobte den Inhalt und mäßigte die Strafen; spätere Überlieferung will wissen, Alexander II. habe das gomorrische Buch unterdrückt.

Die Neuzeit hat den Liber als zeitlose Kampfschrift gegen Homosexualität gelesen oder als Kuriosität der Prüderie. Beides verfehlt den Kern: Er ist ein Instrument, das Amt im elften Jahrhundert zu säubern, in einer Sprache, die die Beschuldigten entmenschlicht. Lesen heißt die Anklage historisch situieren, nicht ihre Feindbilder übernehmen. Kirchenlehrer wurde Damiani 1828; der Ruhm gilt der Reform, er wäscht die Gewalt der Worte nicht weiß.

Werke

In Auswahl außerdem: Liber Gratissimus, Vita beati Romualdi, De divina omnipotentia.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.