Autor:Oswald von Nell-Breuning

1890 1991
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Oswald von Nell-Breuning (1890–1991), in Trier geboren, hat der katholischen Soziallehre die beiden Baugesetze geschärft, an denen sich die Bundesrepublik messen ließ: Solidarität und Subsidiarität. Die Enzyklika Quadragesimo anno von 1931 formulierte er maßgeblich mit; die Schrift Baugesetze der Gesellschaft von 1968 zieht die Lehre zusammen.

Leben

Weingut, der Wunsch nach dem Priestertum gegen den Betrieb der Eltern, 1911 Jesuit, Sanitäter im Krieg, 1921 Priester. Dissertation über Börsenmoral, seit 1928 Professor in Sankt Georgen. Der Umweg ist das geheime Gutachten für Pius XI.: Nell-Breuning schrieb an der Sozialenzyklika, ohne dass Frankfurt wissen durfte, woran der Jesuit saß. 1936 bis 1945 Schreibverbot, 1944 eine Zuchthausstrafe, die er aus Gesundheitsgründen nicht antrat. Nach 1945 Berater von Ministerien, Gewerkschaften und Kirche, Honorarprofessor in Frankfurt, Mitglied des DGB-Instituts. Er starb in Frankfurt, einhunderteins Jahre alt.

Wirkung

Nell-Breuning hat Solidarität und Subsidiarität nicht als Wünsche, sondern als Seinsprinzipien bestimmt: die Person ist auf Gemeinschaft angelegt, die Gemeinschaft an die Person gebunden; die übergeordnete Stelle hilft, wo die Gliedgemeinschaft nicht zureicht, und nimmt ihr nichts ab, was diese selbst leisten kann. Dagegen stehen der Kommunismus, der das Individuum dem Ganzen opfert, und der Wirtschaftsliberalismus, der Haftung der Gesellschaft für den Einzelnen leugnet. Mitbestimmung, gerechter Lohn, Sozialbindung des Eigentums, Einheitsgewerkschaft: daraus wurde Sprache der jungen Bundesrepublik. Die Annäherung von Arbeiterbewegung und Kirche trägt seine Handschrift.

Die Kritik von links nannte das Zähmung des Kapitalismus ohne Eigentumsfrage; von rechts die Aufweichung der Eigentumsordnung durch Haftung und Beistand. Er las Karl Marx als Analytiker der Abhängigkeit und verwarf das Menschenbild. Das Godesberger Programm der SPD nannte er ein Repetitorium der katholischen Soziallehre – eine Pointe, die beiden Seiten unbequem war. Wer ihn nur als Nestor der Soziallehre feiert, unterschlägt den Konflikt mit der Kirche als Arbeitgeberin, der er später dieselben Mitwirkungsrechte abverlangte, die er der Wirtschaft zumutete. Die Prinzipien sind schulisch geworden und bleiben schärfer als die Feier.

Werke

In Auswahl außerdem: Kapitalismus und gerechter Lohn, Wirtschaft und Gesellschaft, Grundsätzliches zur Politik.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.