Autor:Lukrez
Lukrez (wohl 99/94–um 55/53 v. Chr.), römischer Dichter in der Nachfolge Epikurs, hat die Natur als Bewegung von Atomen in lateinische Hexameter gebracht, um die Furcht vor Göttern und Tod zu nehmen. De rerum natura ist die Hauptquelle der epikureischen Lehre, die sonst nur in Bruchstücken bleibt; das Gedicht ist wahrscheinlich unvollendet.
Leben
Über den Menschen weiß man nichts Sicheres. Herkunft und Stand sind unbewiesen; das Werk setzt hohe Bildung voraus. Cicero rühmt 54 v. Chr. Glanz und Kunstfertigkeit der Verse, vermutlich nach dem Tod des Autors. Hieronymus überliefert Geburt, ein Alter von vierundvierzig Jahren und die Legende vom Liebestrank, Wahnsinn und Selbstmord in lichten Stunden: Die neuere Forschung hält das für christliche Verleumdung, gespeist aus Lukrez’ eigenem Spott über die Liebe. Ob Cicero den Text herausgegeben hat, bleibt Streit. Der Umweg ist diese Leere: Die Lehre trägt den Namen, nicht eine bezeugte Biographie.
Wirkung
Lukrez hat der lateinischen Philosophie eine Sprache erfunden, wo die Muttersprache dürftig schien. Sechs Bücher, paarweise: Atome und Welten; Seele und Sinne; Natur und Kultur, endend mit der Pest von Athen. Die Seele ist sterblich, die Götter mischen sich nicht ins Leben, der Krieg ist Schrecken, nicht Ruhm. Das Lehrgedicht wurde zum Maß der Gattung; Vergil, Ovid, Manilius haben davon gezehrt, auch wo sie widersprachen. Die Kirchenväter zitierten ihn gegen den Götterkult und verwarfen die Vorsehungslosigkeit.
Im Mittelalter fast vergessen, 1417 von Poggio Bracciolini in einem deutschen Kloster wiedergefunden, hat die Renaissance das Gedicht neu gesetzt. Materialisten von La Mettrie bis Karl Marx beriefen sich darauf; Einstein schrieb ein Vorwort zu Diels’ Übersetzung. Die Legende vom Wahnsinn hat länger gewirkt als jede Quelle. Wer Lukrez nur als Atomisten liest, unterschlägt die Therapie: Gemütsruhe gegen Aberglauben. Wer nur den Dichter rettet, unterschlägt, dass die Verse eine Heilslehre tragen, die Epikur selbst nicht in Gedichtform wollte. Simulakrum, sein Wort für das Bild an den Sinnen, ist in die neuere Theorie gewandert; das Finale der Pest bleibt die am stärksten nachgeahmte Partie.
Werke
- De rerum natura (um 55 v. Chr.)
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.