Autor:Karl Schlögel

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Karl Schlögel (1948–), in Hawangen im Allgäu geboren, hat das Jahr des Großen Terrors nicht als Politbürogeschichte geschrieben, sondern als Geschichte einer Stadt, in der Fest und Erschießung denselben Kalender teilen. Terror und Traum. Moskau 1937 erschien 2008.

Leben

Osteuropahistoriker, langer Weg über die Sowjetunion als fremdes, dann betretenes Land: Moskau, die Archive nach 1991, das Gehen als Methode. Professur an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder, an der Naht, die sein Thema ist. Der Umweg erklärt das Buch: nicht die Akte allein, sondern der Raum, in dem Paraden, Metro, Schauprozess und privates Glück in einer Woche liegen. Die späteren Arbeiten über das sowjetische Jahrhundert und über Kiew halten denselben Blick.

Wirkung

Schlögel holt die Totalitarismustheorie auf die Straße. 1937 ist bei ihm kein Abstraktum, sondern Fahrplan, Speisekarte, Baustelle, Puschkinjubiläum und die Listen der Erschossenen. Die Stadt macht sichtbar, was die Ideologiegeschichte oft trennt: dass der Traum vom neuen Menschen und der Terror derselben Moderne angehören.

Das Buch hat eine Schule des räumlichen Erzählens begründet und den Vorwurf auf sich gezogen, das Entsetzen zu ästhetisieren. Wer so liest, verfehlt die Pointe: Gerade die Gleichzeitigkeit von Oper und Keller soll unerträglich bleiben. Neben Timothy Snyders Bloodlands – der große Raum der Massenmorde – steht hier die eine Hauptstadt in einem Jahr. Die Form ist die These.

Werke

In Auswahl außerdem: Petersburg. Das Laboratorium der Moderne, Das sowjetische Jahrhundert, Entscheidung in Kiew.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.