Autor:Armin Nassehi

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Armin Nassehi (geb. 1960), in Tübingen geboren und in München lehrend, hat den Protest nicht nach seinen Zielen beurteilt, sondern als Sozialform. Das große Nein fragt, wie sichtbares Nein-Sagen in einer Gesellschaft funktioniert, die kein handelndes Ganzes mehr ist.

Leben

Iranischer Vater, schwäbisch-katholische Mutter, Kindheit zwischen Schwaben, Teheran und dem Ruhrgebiet; mit achtzehn die Taufe aus eigenem Entschluss. Studium in Münster, Promotion über die Zeit der Gesellschaft, Habilitation über ehemalige Insassen sowjetischer Zwangsarbeitslager, seit 1998 der Lehrstuhl in München. Der Umweg ist Niklas Luhmann: Nassehi schließt an die Systemtheorie an und wendet sie auf Öffentlichkeit, Religion, digitale Muster und den Protest, der Institutionen unterbricht, ohne das Ganze führen zu können. Herausgeber des Kursbuchs, Stimme in Zeitungen, Mitglied des Deutschen Ethikrats.

Wirkung

Nassehi hat Form und Inhalt des Protests scharf getrennt. In funktional differenzierten Gesellschaften werden Konflikte gewöhnlich in Parlament, Betriebsrat, Gericht klein gearbeitet; Protest macht sichtbar, was dort nicht vorkommt, und adressiert Dritte. Es fehlt eine Stoppregel für Nein-Stellungnahmen. Pegida und Klimastreiks dienen als Beispiele verschiedener Adressierung, nicht als Lager, zwischen denen der Autor wählt. Erfolg hängt an Wiederholung, charismatischen Figuren, Symbolen. Daraus folgt eine Steigerungslogik – und, trotz Bekenntnissen zur Gewaltlosigkeit, die Nähe zur Gewalt. Protest ist Demokratiegenerator und möglicher Demokratiegefährder.

Das Missverständnis ist, hier eine Parteinahme für oder gegen bestimmte Bewegungen zu lesen. Nassehi schreibt über den Protest, nicht mit ihm. Kritiker haben gefragt, ob Form und Inhalt so trennbar sind, wo es um Vereinbarkeit mit demokratischen Verfahren geht, und ob der Kapitalismus nur als Kampfformel im Protest vorkomme. Geblieben ist die Einsicht, dass modernes Nein-Sagen strukturell tragisch ist, weil keine Instanz das Ganze führen kann. Der schmale Band hat den Protest der zwanziger Jahre des einundzwanzigsten Jahrhunderts mit dem Vokabular von Eigendynamik und Tragik versehen.

Werke

In Auswahl außerdem: Muster. Theorie der digitalen Gesellschaft, Die letzte Stunde der Wahrheit, Unbehagen.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.