Als Hitler das rosa Kaninchen stahl

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Als Hitler das rosa Kaninchen stahl
Autor(en): Judith Kerr
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Ravensburger
Serie:
Erscheinungsjahr: 1971
Seitenanzahl: 256 Seiten
Originaltitel: When Hitler Stole Pink Rabbit
Originalsprache: englisch
ISBN-10: 3473580031
ISBN-13/

EAN-Code:

9783473580033
Schlagwörter: Exil, Kind, Nationalsozialismus, Flucht
Sachgebiete: Jugendroman
Rezensionen
Umschlag

Als Hitler das rosa Kaninchen stahl ist der 1971 bei Collins erschienene Roman von Judith Kerr, 1973 von Annemarie Böll auf Deutsch bei Maier in Ravensburg. Das Kinder- und Jugendbuch mit Zügen der eigenen Familienflucht galt lange als Standardlektüre über den Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft und das Leben im Exil. 1974 erhielt es den Deutschen Jugendliteraturpreis als herausragendes Kinderbuch; bis 2013 waren in Deutschland 1,3 Millionen Exemplare verkauft. Es ist der erste Teil einer Trilogie, die Anna bis in die fünfziger Jahre führt.

Inhalt

Die neunjährige Anna lebt 1933 mit der jüdischen, wenig religiösen Familie in Berlin. Der Vater ist ein bekannter Schriftsteller und Journalist, der gegen Hitler geschrieben hat; hinter ihm steht Alfred Kerr, hinter dem Bruder Max Judith Kerrs Bruder Michael, hinter der Mutter Julia Weismann. Ein Polizist warnt den Vater, er flieht nach Prag. Am Wochenende der März-Wahl reisen Anna, die Mutter und Max in die Schweiz und treffen den Vater in Zürich. Nach Hitlers Sieg wird das Eigentum beschlagnahmt, darunter Annas rosa Plüschkaninchen, das in Berlin bleibt. Die Familie steigt vom guten Hotel in den Gasthof der Familie Zwirn um. Münchner Urlaubskinder dürfen nicht mit Anna und Max spielen; die Wirtkinder müssen Partei ergreifen. Der Vater findet in der neutralen Schweizer Presse kaum noch Abnehmer, die Nationalsozialisten setzen einen Preis auf seine Ergreifung. Aus Geldnot geht die Familie nach Paris.

In Frankreich sind die Schwierigkeiten andere: Sprache, Eingliederung, die Wirtschaftskrise, mageres Honorar für Zeitungsartikel. Antisemitismus begegnet ihnen hier nicht so; die Freiheit zählt dem Vater mehr als das Geld. In Paris erfährt er, dass der Berliner Freund Julius – nach Max Meyerfeld gezeichnet – sich nach Schikanen das Leben genommen hat. Der Mutter lastet die Not; nach einer demütigenden Szene mit der Hauswartin, die die nicht ganz pünktlich zahlende Familie verächtlich macht, drängt sie nach England. Die Eltern erwägen, die Kinder vorübergehend zu den ebenfalls emigrierten Großeltern in Südfrankreich zu geben. Bevor es soweit kommt, kauft eine englische Firma ein Filmmanuskript des Vaters für tausend Pfund. Die Familie kann gemeinsam nach London, wo Cousin Otto sie auf der Victoria Station empfängt.

Anna zählt nicht die Weltpolitik, sondern Hotels, Schulen, Sprachverwirrung, den Stolz, die Familie beisammen zu halten, und die Trauer um das Kaninchen, das Hitler nicht persönlich gestohlen hat, das aber für alles steht, was in Berlin bleiben musste. Kerr hat betont, es seien Romane, keine Memoiren, deshalb nicht in der Ichform. Die Wärme des Tons trügt nicht über die Gefahr: Bücherverbrennung, Kopfgeld, Suizid des Freundes, die Demütigung der Armut.

Einordnung

Die Jury des Jugendliteraturpreises schrieb, Kerrs Erinnerungen seien weder Nachhilfeunterricht noch späte Anklage, sondern klug und warmherzig. Kinder, für die der Nationalsozialismus ferne Vergangenheit sei, könnten die Folgen einer totalitären Herrschaft für jeden Einzelnen entnehmen. Geraldine Brennan hob den Humor neben der Aufrichtigkeit einer Denkschrift hervor. Das Buch steht in Nachschlagewerken der Kinderliteratur. Es wurde 1978 vom WDR und 2019 von Caroline Link verfilmt.

Anders als viele Exilromane für Erwachsene erzählt Kerr aus der Höhe eines Kindes, das die Angst der Eltern wahrnimmt, ohne sie ganz zu teilen. Neue Freunde, neue Sprachen und der Verlust des Stofftiers stehen in einem Atemzug. Die Fortsetzungen Warten bis der Frieden kommt und Eine Art Familientreffen führen Anna ins Erwachsenenalter. Wer nach 1971 Kindern die Flucht vor 1933 erzählt, ohne sie zu überwältigen und ohne zu beschönigen, erzählt hinter Anna, die das rosa Kaninchen in Berlin lässt und trotzdem lachen kann.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.