Agonie des Eros
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Agonie des Eros |
| Autor(en): | Byung-Chul Han |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Matthes & Seitz |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 2012 |
| Seitenanzahl: | 80 Seiten |
| Originaltitel: | - |
| Originalsprache: | deutsch |
| ISBN-10: | 3882219734 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783882219739 |
| Schlagwörter: | Liebe, Anderer, Narzissmus, Begehren |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Philosophie |
| Rezensionen | |
Agonie des Eros ist das 2012 bei Matthes & Seitz erschienene Buch von Byung-Chul Han. Es behauptet: Die Liebe stirbt nicht an zu wenig Gefühl, sondern an einem Ich, das den anderen nicht mehr aushält. Eros braucht den Mut, sich zu negieren, um den anderen zu finden; die Gesellschaft des Leistungs- und Narzissmus lagert das Begehren ins Gleiche um. Wer nur sich selbst sucht, findet die Hölle der Wiederholung. Han schreibt gegen eine Kultur, die Nähe als Verbrauch organisiert und die Wunde der Liebe für eine Störung hält.
Inhalt
Han setzt Eros gegen den Narzissmus. Der Liebende verlässt sich, setzt sich aus, empfängt eine Negativität, die das Ich unterbricht; der Narzisst kreist, bestätigt sich, macht aus dem Gegenüber eine Fläche der Spiegelung. In der Leistungsgesellschaft, die die Müdigkeitsgesellschaft beschrieben hat, wird auch die Liebe zur Arbeit am Selbst: Optimierung, Auswahl, die Angst vor dem Verlust an Zeit. Der andere als Geheimnis, als Verführung, als Widerstand verschwindet. Übrig bleibt das Inferno des Gleichen, in dem man sich verbraucht, ohne je getroffen zu werden.
Die pornographische Gesellschaft, schon in der Transparenzgesellschaft genannt, erscheint hier als Tod des Eros: keine Szene, kein Entzug, keine Scham, die das Begehren schärft. Han liest Lars von Triers Film Melancholia, Wagners Tristan, triviale Unterwerfungsliteratur und Michel Foucault, den er scharf kritisiert, wo die Macht zum letzten Horizont wird. Gegen Foucaults Feier der Kraft setzt er die Ohnmacht der Liebe, die nicht herrschen will. Platon, Buber, Hegel, Baudrillard, Barthes, Flaubert stehen als Zeugen, nicht als Seminar. Depression liest Han als Unfähigkeit, den anderen zu lieben: nicht Trauer um einen Verlust, sondern Leere, wo niemand mehr ankommen kann.
Am Ende steht keine Therapie. Wer tot für die Liebe ist, so Han, ist tot für das Denken, weil Denken denselben Mut braucht, sich unterbrechen zu lassen. Das Buch ist knapp, sentenzenhaft, polemischer als die Müdigkeitsgesellschaft. Wer Belege sucht, findet Beispiele aus Film und Feuilleton. Die Stärke ist die Bindung von Zeitkritik und Liebesbegriff: nicht die Klage, dass früher mehr Gefühl war, sondern die Behauptung, dass eine Gesellschaft ohne Negativität auch ohne Eros bleibt. Die Schwäche ist die Enge des Anderen, der hier oft als philosophische Figur auftritt, selten als lebendiger Mensch mit Lage und Klasse.
Einordnung
Der Band hat Han, vor allem außerhalb Deutschlands, zur Stimme einer Liebesklage gemacht, die keine Ratgeberprosa ist. Matthes & Seitz hat ihn in derselben kleinen Form gehalten wie die Nachbarbände: ein Essay, der Wörter setzt – Agonie, Inferno des Gleichen –, und sie der öffentlichen Rede überlässt. Neben Platon und der romantischen Liebe steht er als Absage an die machbare Intimität. Die Kritik sieht Kulturkritik, die raunt, und eine Erotik der Unschärfe, die politisch folgenlos bleibt.
Wer nach 2012 über Narzissmus und Begehren auf Deutsch sprach, stieß auf dieses schmale Buch, oft ohne den Namen. Wer Han nur als Mahner gegen die Arbeit liest, unterschlägt, dass derselbe Kern – Positivität ohne Nein – hier die Liebe trifft. Die achtzig Seiten ersetzen weder eine Soziologie der Partnerschaft noch die großen Liebesromane. Sie geben einer Erschöpfung den Namen, die nicht müde von der Arbeit ist, sondern unfähig, getroffen zu werden.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
