Ökonomische Analyse des Rechts

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Richard A. Posner · 1973 · Sachbuch, Recht


Das Werk
Deutscher Titel: Ökonomische Analyse des Rechts
Autor(en): Richard A. Posner
Originaltitel: Economic Analysis of Law
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1973
Schlagwörter: Recht, Effizienz, Richter, Markt
Sachgebiete: Sachbuch, Recht
Greifbare Ausgabe
Verlag: Mohr Siebeck


Umfang dieser Ausgabe: 852 Seiten
ISBN: 9783161483608
Verweise


Ökonomische Analyse des Rechts (englisch Economic Analysis of Law) ist das 1973 erschienene Lehrbuch von Richard A. Posner, mit dem die Chicagoer Schule das common law als Maschine der Effizienz las. Posner, später Bundesrichter, behauptet, dass Haftungsregeln, Vertragsrecht, Eigentum sich verstehen lassen, als sollten sie Kosten senken und Anreize setzen – nicht als Ausdruck von Gerechtigkeit im moralischen Sinn. Das Buch hat eine Disziplin begründet und den Streit, ob Recht rechnen darf.

Inhalt

Posner nimmt Coases Frage nach Kosten und Stiglers Blick auf Interessen und trägt beides in die Doktrin. Ein Richter, der über Unfälle entscheidet, setzt Preise für Vorsicht; ein Vertragsrecht, das Erfüllungsansprüche gewährt, spart Verhandlungen. Das common law erscheint als dezentraler Markt der Regeln, der über Jahrhunderte effiziente Lösungen selektiert hat, während Gesetzgebung oft Interessen bedient. Effizienz ist nicht der einzig denkbare Maßstab, aber der, der die vorhandene Lehre erklärt, ohne Metaphysik. Posner schreibt als Lehrer: Fälle, Graphen, die kühle Prosa des Hornbooks.

Die späteren Auflagen haben Felder ausgeweitet – Familie, Strafrecht, Verfassung –, die These gehalten. Die Kritik der Linken hat den Effizienzmaßstab als Herrschaft der Reichen gelesen; die Kritik der Rechtsphilosophen hat die Reduktion von Recht auf Anreize für eine Verwechslung von Erklärung und Rechtfertigung gehalten. Posner hat beides oft als Missverständnis abgetan: Er beschreibe, was Richter tun, und empfehle Klarheit über Folgen. Wer nur den Zyniker kennt, unterschlägt die Gelehrsamkeit der Fälle; wer nur das Lehrbuch kennt, unterschlägt, dass derselbe Mann urteilte.

Der Ton ist der Chicagos, ins Recht gewandert: keine Knechtschaft, kein Pathos, Rechnung. Die Law-and-Economics-Bewegung hat Universitäten, Behörden, die Antitrust-Politik umgebaut. Europa hat das Buch später und vorsichtiger genommen, näher an der Dogmatik. Geblieben ist die Pflicht, bei jeder Norm die Anreize zu nennen, die sie setzt. Wer Posner nur als Reagan-Richter kennt, hat 1973 nicht gelesen, als das Argument noch ein Lehrbuch war, nicht eine Amtsführung.

Einordnung

Posner hat Knight, Coase und Stigler in die Juristenfakultät getragen und Chicago damit eine zweite Adresse gegeben: nicht nur Economics, sondern Law. Neben Friedmans Öffentlichkeitsschrift steht die Analyse des Rechts als das technische Organon, das Richter und Professoren wirklich benutzt haben. Die deutsche Rechtsökonomie, die Diskussion um Folgenerwägungen in der Rechtsprechung, der Streit um den Homo oeconomicus im Zivilrecht gehen von hier aus, auch wo sie widersprechen. Wer die Chicagoer Schule nur als Geldpolitik kennt, hat das Recht nicht als Markt der Regeln gesehen.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.