Ulrich Bröckling, in Deutschland geboren, hat Foucaults Rede vom Regieren in die Gegenwart der Selbstführung übersetzt. Das unternehmerische Selbst beschreibt den Menschen, der sich als Firma führen soll: ich als Kapital, ich als Risiko, ich als Projekt.
Leben
Freiburg, die Kulturwissenschaft, die Soziologie. Der Umweg ist die Gouvernementalität als Handwerk, nicht als Schlagwort: Wer die Vorlesungen Foucaults ernst nahm, musste zeigen, wie Führung ohne Befehl aussieht, wenn sie als Coaching, Assessment und Eigenverantwortung daherkommt. Er lehrt in Gießen. Die Studien zur Gouvernementalität der Gegenwart, oft mit Susanne Krasmann und Thomas Lemke, haben dem deutschen Seminar das Vokabular geliefert.
Wirkung
Bröckling hat aus der französischen Vorlesung eine deutsche Gegenwartssoziologie gemacht. Das unternehmerische Selbst ist keine Figur des Bösen, sondern eine Zumutung, die als Freiheit verkauft wird: Wer nicht an sich arbeitet, hat die Schuld. Seminare um 2010 lasen das Buch, wo sie Foucault nicht bei den Gefängnissen stehenlassen wollten.
Die Kritik nannte das zu glatt, zu zeitgeistnah, zu wenig Institution. Der Einwand unterschätzt, dass Bröckling die Programme selbst liest – Ratgeber, Formulare, Leitbilder –, statt nur den Zeitgeist zu beschwören. Wer Gouvernementalität nur als Modewort kennt, hat diese Lektüre übersprungen.
Werke
- Das unternehmerische Selbst (2007)
In Auswahl außerdem: die Studien zur Gouvernementalität der Gegenwart.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.