Die Geschichte Europas von 1945 bis zur Gegenwart

Aus Bookpedia Bücher einfach erklärt
Version vom 13. August 2026, 11:50 Uhr von Jean-Baptiste le Rond d’Alembert (Diskussion | Beiträge) (Einordnung: Werkverweise mit Autor und Titel.)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Daten zum Buch
Deutscher Titel: Die Geschichte Europas von 1945 bis zur Gegenwart
Autor(en): Tony Judt
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Fischer Taschenbuch
Serie:
Erscheinungsjahr: 2005
Seitenanzahl: 1024 Seiten
Originaltitel: Postwar. A History of Europe Since 1945
Originalsprache: englisch
ISBN-10: 3596180317
ISBN-13/

EAN-Code:

9783596180318
Schlagwörter: Nachkriegszeit, Europa, Erinnerung, Wohlfahrtsstaat
Sachgebiete: Sachbuch, Geschichte
Rezensionen

Postwar erschien 2005, deutsch als Die Geschichte Europas von 1945 bis zur Gegenwart. Tony Judt erzählt den Kontinent nach der Katastrophe: nicht als Siegeszug der Freiheit, sondern als mühsame Erfindung von Ruhe, Wohlstand und einem Gedächtnis, das lange nicht sprechen wollte.

Inhalt

Judt setzt 1945 bei den Trümmern ein – Vertriebene, Hunger, Kollaboration, die Unmöglichkeit, einfach weiterzumachen. Der Wiederaufbau ist bei ihm ein politisches Wunder mit Preis: Marshallplan, christliche Demokratie, Sozialdemokratie, die Westbindung, im Osten die sowjetische Ordnung. Der Kalte Krieg erscheint weniger als Ideendrama denn als Rahmen, in dem Westeuropa seinen Sozialstaat bauen konnte, weil die Entscheidung über das Ganze anderswo lag.

Die Jahrzehnte des Booms, 1968, die Ölkrisen, Thatcher und der Abbau dessen, was Nachkrieg geheißen hatte: Judt schreibt gegen die Amnesie der neunziger Jahre. 1989 ist eine Befreiung und eine Illusion, man könne den Westen einfach nach Osten kopieren. Die Europäische Union kommt als Friedensmaschine vor, nicht als Erlösung. Osteuropa erhält eigenes Gewicht – nicht als verspäteter Westen, sondern als andere Nachkriegsgeschichte.

Das Buch endet mit einem Essay über das Gedächtnis. Auschwitz wird spät zum Maß des Jahrhunderts; davor lagen Schweigen, nationale Opfermythen, der Kalte Krieg als Deckel. Judt, selbst Historiker des französischen Intellektuellenlebens und später schwer erkrankt, schreibt die Mahnung eines Mannes, der Europa liebt und ihm nicht traut, sobald es seine Vergangenheit für erledigt hält.

Einordnung

Neben Hobsbawms Das Zeitalter der Extreme ist dies die liberale, europäische Erzählung derselben Spanne – enger im Raum, genauer in der Politik des Alltags. Wer Winklers Der lange Weg nach Westen kennt, findet hier den Kontinent, in den dieser Weg münden sollte, mit allen Brüchen, die die Ankunft relativieren.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.