Kairos
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Kairos |
| Autor(en): | Jenny Erpenbeck |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Penguin |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 2021 |
| Seitenanzahl: | 379 Seiten |
| Originaltitel: | - |
| Originalsprache: | deutsch |
| ISBN-10: | 332860085X |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783328600855 |
| Schlagwörter: | DDR, Liebesroman, Macht, Wende |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Kairos ist der 2021 erschienene Roman von Jenny Erpenbeck. 2024 erhielt er den International Booker Prize – als erstes ursprünglich deutsches Buch. Eine Liebe in Ostberlin, 1986, zwischen einer Neunzehnjährigen und einem verheirateten Schriftsteller von dreiundfünfzig. Der günstige Augenblick, den der Titel nennt, wird zur Falle.
Inhalt
Katharina und Hans treffen sich im Bus. Er kennt die Stadt als jemand, der sie mit aufgebaut hat und in ihr Kompromisse geschlossen hat; sie kennt sie als Gegenwart, die selbstverständlich scheint, bis sie es nicht mehr ist. Die Affäre ist zuerst Rausch, Musik, die geteilte Sprache einer Welt, die den Westen für das weniger Wahre hält. Dann wird sie zur Schule. Hans bestraft Katharina für eine kurze Untreue mit Verhören, Tonbändern, Demütigungen, die wie Selbsterziehung klingen.
Erpenbeck erzählt das Paar und den Staat ineinander. Was Hans Liebe nennt – Ausschließlichkeit, Reue, das Recht auf die ganze Person –, ist die Form, in der die DDR ihre Leute gehalten hat: Fürsorge, die zur Aufsicht wird. Katharina fügt sich, widerspricht, bleibt. Der Fall der Mauer kommt nicht als Erlösung über das Paar, sondern als Ende einer Sprache, in der ihre Liebe Sinn hatte.
Danach liegen Akten auf dem Tisch. Hans’ Nähe zur Staatssicherheit ist keine Pointe aus dem Krimi; sie ist die bürokratische Fassung dessen, was zwischen den beiden schon stattgefunden hat. Katharina sieht den Mann und das System in einem Licht, das beides kleiner macht. Kairos war der Moment, in dem sie einander begegnen konnten. Er war auch der Moment, den man nicht ungeschehen machen kann.
Einordnung
Ein Liebesroman, der die DDR nicht als Kulisse benutzt. Erpenbeck hat international durchgesetzt, was im deutschen Feuilleton oft als Ost-Stoff abgelegt wurde: dass eine untergegangene Gesellschaft in der Intimität überlebt. Neben Unterleuten – Dorf, Gegenwart, Westen im Osten – steht hier die Hauptstadt vor 1989, von innen.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.