Verfassungspatriotismus

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Dolf Sternberger · 1990 · Sachbuch, Politik
Das Werk
Deutscher Titel: Verfassungspatriotismus
Autor(en): Dolf Sternberger


Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1990
Schlagwörter: Verfassung, Patriotismus, Republik, Grundgesetz
Sachgebiete: Sachbuch, Politik
Greifbare Ausgabe
Verlag: Insel


Umfang dieser Ausgabe: 220 Seiten
ISBN: 9783458160250
Verweise
Umschlag

Verfassungspatriotismus ist der 1990 bei Insel erschienene Band der Schriften von Dolf Sternberger, der Aufsätze seit den siebziger Jahren sammelt. Das Wort selbst ist älter; das Buch gibt der Formel den Ort: Freundschaft zur Republik, die im Grundgesetz steht, nicht im Blut.

Inhalt

Sternberger sucht einen Patriotismus, den die deutsche Katastrophe nicht vergiftet. Vaterland soll die Verfassung sein, die man bejahen kann, ohne ein Volk als Natur zu meinen. Gegen Schmitt setzt er das Gesetz, das den Feind nicht braucht, um politisch zu sein. Gegen den Nationalismus der Wiedervereinigungsrede setzt er die Nüchternheit der Bürger, die Institutionen hüten. Die Aufsätze sind publizistisch, heidelbergisch, oft anlässlich: Feiertage, Begriffe, die Sprache der Politik. Zusammen ergeben sie keine Theorie im Schulsinne, sondern eine Haltung, die Habermas später philosophisch aufgeladen hat, ohne den Erfinder zu ersetzen.

Das Wort ist blass und genau darin brauchbar. Es verlangt keine Begeisterung für Landschaften, es verlangt Zustimmung zu Verfahren. Kritik hat die Blässe für zu wenig Bindung, die Staatsnähe für zu westdeutsch, die Formel für Etikett gehalten, unter dem sich jede Regierung wärmt. Sternberger kennt die Gefahr der Sonntagsrede und besteht auf dem Unterschied zur Volksgemeinschaft. Wer nach 1945 noch Nation sagte, musste sagen, woran sie hängt. Hier hängt sie am Grundgesetz, nicht am Volk als Schicksal.

Die Wirkung liegt in der politischen Sprache der Bundesrepublik, in Gedenkreden, in der Debatte um Leitkultur und Einwanderung, oft ohne den Band. Habermas’ Verfassungspatriotismus ist der bekanntere philosophische Nachbar; Sternberger bleibt der Publizist, der das Wort gesetzt hat. Wer nur Habermas kennt, hat die Erfindung übersprungen. Wer nur die Erfindung kennt, unterschlägt die Aufsätze, in denen sie sich an Anlässen schärft.

Einordnung

Ohne dieses Buch bleibt die deutsche Republik ohne den Namen ihrer Nüchternheit. In Politik: Deutschland schließt es die Lücke neben Forsthoff und Habermas’ Faktizität und Geltung: Freundschaft zur Verfassung, nachdem der Staat zerbrach. Wer nur Böckenfördes Voraussetzungen kennt, hat den Patriotismus nicht gelesen, der sie alltagssprachlich machen sollte.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.