Griff nach der Weltmacht
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Griff nach der Weltmacht |
| Autor(en): | Fritz Fischer |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Droste |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1961 |
| Seitenanzahl: | 575 Seiten |
| Originaltitel: | - |
| Originalsprache: | deutsch |
| ISBN-10: | 3770009029 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783770009022 |
| Schlagwörter: | Erster Weltkrieg, Kriegsziele, Kaiserreich, Fischer-Kontroverse |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Geschichte |
| Rezensionen | |
Griff nach der Weltmacht. Die Kriegszielpolitik des kaiserlichen Deutschland 1914/18 ist das 1961 erschienene Buch des Hamburger Historikers Fritz Fischer. Es hat in der Bundesrepublik den Streit um den Ersten Weltkrieg aus dem Schulbuch in die Öffentlichkeit geholt.
Inhalt
Fischer liest die Akten des Auswärtigen Amts, der Obersten Heeresleitung und der zivilen Reichsleitung auf eine Frage hin: Was wollte Deutschland, nachdem der Krieg da war – und was schon vorher? Das Septemberprogramm Bethmann Hollwegs von 1914, lange als Gelegenheitsschrift abgetan, wird bei ihm zum Schlüssel. Darin stehen Annexionen im Westen, ein mitteleuropäischer Wirtschaftsblock, die Zurückdrängung Russlands. Fischer zeigt, dass ähnliche Ziele in Industrie, Parteien und Militär vorbereitet waren, nicht erst im Rausch der ersten Siege.
Der »Griff« ist deshalb kein Betriebsunfall. Fischer zeichnet Linien vom wilhelminischen Weltmachtstreben in den Krieg und aus dem Krieg in die Kriegszieldenkschriften bis 1918. Belgien, das Erzbecken von Longwy-Briey, Polen, das Baltikum, die afrikanischen Kolonien: Die Karte ändert sich, die Richtung nicht. Bethmann erscheint nicht als Getriebener der Generäle, sondern als Politiker, der die Expansion in die Sprache der Sicherung übersetzt.
Das Buch ist eine Studie der Eliten, keine Schlachtengeschichte. Fischer lässt Soldaten und Hunger beiseite, wo er Absichten belegt. Der Vorwurf, er konstruiere eine deutsche Alleinschuld, trifft die Pointe nur halb: Er behauptet nicht, dass niemand sonst Ziele hatte. Er behauptet, dass das Deutsche Reich den Krieg als Chance zur Neuordnung Europas führte – und dass dies in den Quellen steht, nicht in der Nachkriegslegende vom Verteidigungskrieg.
Einordnung
Die Fischer-Kontroverse der sechziger Jahre war ein Historikerstreit vor dem Historikerstreit: Bundestagsdebatten, Attacken älterer Zunftgenossen, ein spätes Ende der Legende, Deutschland sei 1914 überfallen worden. Clarks Schlafwandler haben den Blick seither auf alle Hauptstädte geweitet; sie widerlegen Fischer nicht, sie nehmen ihm die Alleinstellung. Das Buch bleibt, weil es die Akten gegen die Erinnerung gehalten hat.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.