Nachfolge

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Dietrich Bonhoeffer · 1937 · Sachbuch, Theologie
Das Werk
Deutscher Titel: Nachfolge
Autor(en): Dietrich Bonhoeffer


Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1937
Schlagwörter: Gnade, Bergpredigt, Kirche, Gehorsam
Sachgebiete: Sachbuch, Theologie
Greifbare Ausgabe
Verlag: Kaiser


Umfang dieser Ausgabe: 229 Seiten
ISBN: 9783579018744
Verweise
Umschlag

Nachfolge ist die 1937 bei Chr. Kaiser erschienene Schrift von Dietrich Bonhoeffer. Sie entstand in den Kursen des Predigerseminars Finkenwalde, bevor die Gestapo das Seminar schloss. Billige Gnade ist Vergebung ohne Nachfolge; teure Gnade kostet das Leben.

Inhalt

Bonhoeffer greift eine Kirche an, die Gnade als Entlastung ausgibt: Sünde, Vergebung, Weiterleben, als wäre Christus ein Prinzip. Dagegen setzt er die Nachfolge als Gehorsam, der nicht erst versteht und dann geht, sondern geht, weil gerufen wird. Die Bergpredigt ist keine Gesinnungsethik für Fortgeschrittene; sie gilt der Gemeinde, die im Land der Deutschen Christen Kirche bleiben will. Einfache Nachfolge und einfache Gnade gehören zusammen. Wer glaubt, ohne zu gehorchen, hat die Gnade verbilligt. Wer gehorcht, ohne zu glauben, hat ein Programm. Das Buch ist Auslegung und Kampfschrift zugleich, geschrieben, während der Staat die Kirche zur nationalen Erbauung machte.

Der erste Teil gilt dem Ruf, der zweite den Sendungen der Jünger, der dritte der Kirche als Leib. Bonhoeffer liest Matthäus nicht als Ideal, das man abschwächt, bis es bürgerlich wird, sondern als Befehl, der in der Welt sichtbar werden muss. Taufe, Abendmahl, Beichte, Gemeinde: die Gnade hat Gestalt. Die Trennung von Amt und Leben, von Sonntag und Alltag, ist die billige Gnade in der Institution. Finkenwalde war der Versuch, das Buch zu leben: gemeinsames Leben, Schrift, das Gebet, das nicht privat bleibt. Als das Seminar geschlossen wurde, lag das Manuskript beim Verlag. Die Wirkung fing an, während der Verfasser in die Illegalität ging.

Die Härte ist die Pointe und die Gefahr. Nachfolge kann zur Gesetzlichkeit werden, die Gnade wieder zum Lohn. Bonhoeffer kennt die Gefahr und besteht darauf, dass ohne Gehorsam die Rechtfertigung leer läuft. Später, in der Haft, hat er denselben Glauben weltlicher formuliert; das hebt das frühe Buch nicht auf. Kritik hat die Schärfe für unzeitgemäß, die Ekklesiologie für zu geschlossen, den Ton für zu männlich-soldatisch gehalten. Die Stärke bleibt die Unterscheidung, die man nicht paraphrasieren kann, ohne sie zu entschärfen: Gnade, die nichts kostet, ist nicht Gnade. Wer nur den Märtyrer will, hat die Bergpredigt übersprungen. Wer nur die Bergpredigt predigt, unterschlägt, dass er sie 1937 schrieb.

Einordnung

Ohne dieses Buch ist die Bekennende Kirche eine kirchliche Partei mit besserer Gesinnung. In Die einflussreichsten Werke der Theologie: 20. Jahrhundert steht es zwischen Barths Zorn und Bultmanns Entmythologisierung: Gehorsam, der nicht auf das richtige Weltbild wartet. Barth hatte Gott gegen die Religion gesetzt; Bonhoeffer setzt die Nachfolge gegen die religiöse Beruhigung. Wer nach 1937 Gnade sagt und nur Trost meint, hat diesen Band gegen sich.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.