Studien zur Ikonologie
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Studien zur Ikonologie |
| Autor(en): | Erwin Panofsky |
| Originaltitel: | Studies in Iconology |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1939 |
| Schlagwörter: | Ikonologie, Renaissance, Bedeutung, Humanismus |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Kunstgeschichte |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | DuMont
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| Umfang dieser Ausgabe: | 356 Seiten |
| ISBN: | 9783770109371 |
| Verweise | |
Studien zur Ikonologie. Humanistische Themen in der Kunst der Renaissance (englisch Studies in Iconology) ist die 1939 in New York erschienene Untersuchung von Erwin Panofsky, deutsch 1980 bei DuMont. Sie macht aus der Hamburger Schule ein Verfahren: drei Schichten der Bedeutung, an humanistischen Themen der Renaissance erprobt.
Inhalt
Panofsky unterscheidet, was ein Bild zeigt, was es meint und was es als Symptom einer Weltansicht trägt. Die erste Schicht ist das vorikonographische Beschreiben: Gegenstand, Haltung, das Wiedererkennen von Ding und Gebärde. Die zweite ist die Ikonographie im engeren Sinn: das konventionelle Thema, der Text, den Maler und gebildeter Betrachter teilen – Tugend, Planet, heilige Geschichte. Die dritte ist die Ikonologie: der symbolische Sinn, in dem sich eine Epoche, oft ohne es zu wissen, in der Form ausspricht. Das Verfahren kommt aus Hamburg, aus dem Kreis Aby Warburgs, und ist im amerikanischen Exil zur Lehre geworden, die man weitergeben kann. Es rettet den humanistischen Gehalt, ohne die Form zu streichen. Das Bild wird lesbar wie ein Text, bleibt aber ein Bild, dessen Form die Lesart begrenzt.
Die Studien gelten der Renaissance als humanistischer Bilderwelt. Panofsky liest Vaterzeit, blinde Amor, Schicksalsgöttin, die Verwandlungen antiker Götter in christliche und neuplatonische Figuren. Der Humanismus ist hier keine Gesinnung, sondern ein Vorrat an Themen, den die Kunst der Frühen Neuzeit bearbeitet. Gegen Wölfflins Formgeschichte, die Renaissance und Barock als Optik vergleicht, setzt Panofsky den Sinn, der in der Optik steckt. Gegen die bloße Stoffgeschichte setzt er die Schicht, in der Stoff zur Weltansicht wird. Die Perspektive, die er andernorts als symbolische Form gelesen hat, gehört in denselben Horizont: Sehen ist nicht naturwüchsig, es ist historisch. Das englische Buch von 1939 ist klarer, schulischer als manche deutsche Vorarbeit; die Emigration hat aus einer Schule eine Methode gemacht.
Das Verfahren ist mächtig und überzieht leicht. Die dritte Schicht lässt sich nicht so belegen wie die zweite; sie droht zur Weltanschauung zu werden, die man ins Bild legt. Spätere Kritik hat den Humanismus für zu europäisch, die Lesbarkeit für zu sicher, den Betrachter für zu gelehrt gehalten. Baxandall hat den Blick an Auftrag und Schulung der Zeitgenossen gebunden; Gombrich hat das Schema vor den Sinn gesetzt. Panofsky kennt die Gefahr und besteht trotzdem auf der Möglichkeit, dass Bilder mehr meinen, als sie darstellen. Die Stärke liegt in den Fällen, nicht in der Hierarchie allein: wo ein Motiv sich an Texten prüfen lässt, wird Ikonologie Wissenschaft. Wo sie nur noch Geist der Zeit sagt, wird sie Rhetorik.
Einordnung
Die Ikonologie hat der Nachkriegskunstgeschichte das Seminar gegeben. In Die einflussreichsten Werke der Kunstgeschichte: 20. Jahrhundert steht das Buch nach Warburg und vor Gombrich: der Sinn, den die Tafeln andeuteten, als Handwerk. Gombrichs Kunst und Illusion hat dagegen die Psychologie des Darstellens gesetzt; Michael Baxandalls Die Wirklichkeit der Bilder den sozialen Blick. Wer Panofsky nur als Entzifferer nimmt, unterschlägt die Form; wer nur Wölfflins Paare will, hat die Bedeutung gestrichen, um die das Jahrhundert stritt. Nach 1939 ist Unschuld im Beschreiben eines Bildes schwerer geworden.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
