Die verspätete Nation

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Die verspätete Nation
Autor(en): Helmuth Plessner
Herausgeber:
Erscheinungsort: Das Schicksal deutschen Geistes im Ausgang seiner bürgerlichen Epoche
Verlag: Suhrkamp
Serie: Suhrkamp-Taschenbuch Wissenschaft
Erscheinungsjahr: 1935
Seitenanzahl: 195 Seiten
Originaltitel: -
Originalsprache: deutsch
ISBN-10: 3518276662
ISBN-13/

EAN-Code:

9783518276662
Schlagwörter: Verspätung, Bürgertum, Nation, Anthropologie
Sachgebiete: Sachbuch, Soziologie
Rezensionen
Umschlag

Die verspätete Nation. Über die politische Verführbarkeit bürgerlichen Geistes ist die 1959 bei Kohlhammer unter diesem Titel erschienene Untersuchung von Helmuth Plessner. Das Manuskript entstand 1934/35 im niederländischen Exil und kam 1935 bei Max Niehans in Zürich als Das Schicksal deutschen Geistes im Ausgang seiner bürgerlichen Epoche heraus.

Inhalt

Plessner beschreibt Deutschland als Nation, die zur Staatsnation zu spät gekommen ist: ohne bürgerliche Revolution im westlichen Sinn, mit einer Kultur, die den Staat nicht zähmte, sondern ersetzte. Luther, der Pietismus, die idealistische Philosophie, die Romantik: der Geist wird politisch gefährlich, weil er die Aufklärung als fremd empfindet und die Macht als Schicksal nimmt. Die offene Moderne, die Plessner anthropologisch will, hat in Deutschland ein ambivalentes, verführbares Bürgertum gefunden.

Das Buch ist Religions-, Kultur- und Politikgeschichte in einem, geschrieben vor Studenten in Groningen, während im Reich die Verführung schon Staat war. Plessner verzichtete 1959 auf den alten Titel, weil »Schicksal« die Katastrophe als notwendig erscheinen ließ. Die These blieb: nicht ein Dämon von außen, eine Lage des Geistes. Gegen Meineckes Dämonisierung setzt er die Genealogie; gegen Wehlers spätere Struktur setzt er die Mentalität, die die Struktur erst tragfähig macht.

Die Sprache ist dicht, philosophisch, ohne Soziologie der Zahlen. Wer nur Sonderweg sagt, hat die religiösen Kapitel übersprungen; wer nur Anthropologie kennt – die exzentrische Positionalität des anderen Werks –, hat dieses Deutschlandbuch nicht gelesen. Die Bundesrepublik hat den Band als Diagnose nachgeholt, die 1935 schon fertig war.

Einordnung

Wehlers Sonderweg hat aus Plessners Lage eine Struktur gemacht. In Soziologie: Deutschland steht das Buch zwischen Philosophischer Anthropologie und Zeitdiagnose. Wer nur Bielefeld kennt, hat die philosophische Herkunft der Verspätung übersprungen.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.