Das Deutsche Kaiserreich 1871–1918

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Das Deutsche Kaiserreich 1871–1918
Autor(en): Hans-Ulrich Wehler
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Serie: Kleine Vandenhoeck-Reihe
Erscheinungsjahr: 1973
Seitenanzahl: 292 Seiten
Originaltitel: -
Originalsprache: deutsch
ISBN-10: 3525335423
ISBN-13/

EAN-Code:

9783525335420
Schlagwörter: Sonderweg, Kaiserreich, Gesellschaftsgeschichte, Bielefeld
Sachgebiete: Sachbuch, Geschichte
Rezensionen
Umschlag

Das Deutsche Kaiserreich 1871–1918 ist die 1973 bei Vandenhoeck & Ruprecht in Göttingen erschienene Studie von Hans-Ulrich Wehler. Sie hat der Bielefelder Schule den Schlachtruf gegeben: Gesellschaftsgeschichte statt Geistesgeschichte, der deutsche Sonderweg als Erklärung für 1933.

Inhalt

Wehler beschreibt das Kaiserreich nicht als verspätete Nation, die nur Unglück hatte, sondern als autoritäre Modernisierung. Industrie und Militär eilen voraus, Parlament und Parteien bleiben zurück; die Honoratiorenpolitik, das Beamtentum und das Bündnis von agrarischen und industriellen Interessen halten eine Herrschaft von oben aufrecht, die sich durch Feindbilder negativ integriert – gegen Sozialdemokratie, gegen Minderheiten, gegen den inneren Feind. Der Primat der Innenpolitik erklärt die Außenpolitik: Wer die Gesellschaft nicht demokratisieren will, exportiert den Konflikt.

Das Buch ist ein Essay der Strukturen, kein Lebensbild Bismarcks. Zahlen, Klassen, die Organisation der Interessen tragen die Erzählung. Bismarck erscheint als Manipulator, nicht als Genius der Staatsräson; Wilhelm II. als Symptom einer festgelegten Bahn. Wehler schreibt gegen eine Diplomatiegeschichte, die das Reich an Konferenzen und Telegrammen misst, und gegen einen Historismus, der Ideen für Ursachen nimmt. Die Katastrophe von 1914 und 1933 wird vorbereitet, indem die bürgerliche Gesellschaft den Staat nicht zähmt.

Die Sprache ist polemisch und genau. Wehler nennt das Kaiserreich eine »bonapartistische Diktatur« auf parlamentarischem Schein und weiß, dass der Vergleich reizt. Genau darin liegt die Methode: Begriffe sollen treffen, nicht trösten. Die bibliographischen Auflagen haben den Apparat erneuert, die These nicht zurückgenommen. Wer nur den Sonderweg als Schlagwort kennt, hat die Kapitel über Verfassung, Wirtschaft und politische Kultur übersprungen, in denen die These gearbeitet wird.

Einordnung

Mit diesem Band wurde Bielefeld zur Adresse. Thomas Nipperdey hat dagegen erzählt; der Streit Wehler gegen Nipperdey ist der deutsche Methodenstreit nach Fritz Fischer. Die spätere Forschung hat den Sonderweg relativiert und die Alltagsgeschichte gegen die große Struktur gesetzt. In Geschichtswissenschaft: Deutschland steht das Buch als der Schlachtruf, der das Kaiserreich nicht mehr als europäische Normalität durchgehen ließ. Wer Feudalismus und Annales will, liest Bloch; wer das deutsche 19. Jahrhundert als Struktur will, kommt an diesem Band nicht vorbei.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.