Die offene Gesellschaft und ihre Feinde

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Die offene Gesellschaft und ihre Feinde
Autor(en): Karl Popper
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Mohr Siebeck
Serie: Gesammelte Werke
Erscheinungsjahr: 1945
Seitenanzahl: 1099 Seiten
Originaltitel: The Open Society and Its Enemies
Originalsprache: englisch
ISBN-10: 316163473X
ISBN-13/

EAN-Code:

9783161634734
Schlagwörter: Totalitarismus, Historizismus, Platon, Marx
Sachgebiete: Sachbuch, Philosophie
Rezensionen

Die offene Gesellschaft und ihre Feinde ist das 1945 erschienene sozialphilosophische Hauptwerk von Karl Popper. Geschrieben hat er es im neuseeländischen Exil, unter dem Eindruck des Anschlusses von 1938.

Inhalt

Popper unterscheidet zwei Arten von Gesellschaft. Die geschlossene ist der Stamm: magisch gebunden, organisch, feindlich gegen Veränderung. Die offene ist die, in der Menschen über ihre Einrichtungen streiten und sie Stück für Stück verbessern können. Den Feind dieser Offenheit nennt er Historizismus: den Glauben, die Geschichte habe einen erkennbaren Verlauf und ein Ziel, dem sich die Politik zu unterwerfen habe. Wer das Gesetz der Geschichte kennt, darf im Großen planen. Popper setzt dagegen die Sozialtechnik der Einzelprobleme – Reformen, die man zurücknehmen kann, wenn sie scheitern.

Der erste Band gilt Platon. Popper liest die Politeia als Programm einer totalitären Gerechtigkeit: Stände, Führertum, Lügen der Herrschenden zum Besten des Ganzen, Feindschaft gegen den Wandel. Sokrates steht auf der anderen Seite, als Märtyrer der offenen Rede; Platon habe den Lehrer verraten. Der zweite Band gilt Hegel und Marx. Hegel erscheint als Magier der Notwendigkeit, der den preußischen Staat verklärte; Marx als Prophet, der aus der Kritik der Ökonomie ein Gesetz vom unvermeidlichen Umschlag machte. An Marx achtet Popper die Frage nach der Ausbeutung; was er verwirft, ist die Prophezeiung, die aus Politik ein Schicksal macht.

Beides ist eine Kampfschrift, keine doxographische Schonung. Popper hat Platon schärfer gezeichnet, als die Altertumswissenschaft ihn meist sieht, und Hegel grober, als die Philosophiehistoriker erlauben. Der Gewinn liegt nicht in der Porträtähnlichkeit. Er liegt in der Probe, die das Buch an jeder Lehre vollzieht: ob sie Kritik zulässt oder im Namen der Zukunft zum Schweigen bringt.

Einordnung

Zusammen mit Arendts Analyse und gegen die Katechismen Stalins und Rosenbergs gelesen, ist Poppers Buch die philosophische Verteidigung der Gesellschaft, in der man solche Katechismen öffentlich zerlegen darf. Die offene Gesellschaft ist bei ihm kein Zustand, den man erreicht, sondern einer, den man gegen ihre Feinde – und gegen die eigene Bequemlichkeit – offenhalten muss. Dass er 1945 erschien, im Jahr der Lagerbefreiung und vor dem langen Streit der Systeme, gehört zur Wirkung: Es war ein Argument, als Argumente wieder erlaubt waren.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.