Väter und Söhne
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Väter und Söhne |
| Autor(en): | Iwan Turgenjew |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | dtv |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1862 |
| Seitenanzahl: | 333 Seiten |
| Originaltitel: | Otcy i deti |
| Originalsprache: | russisch |
| ISBN-10: | 3423147210 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783423147217 |
| Schlagwörter: | Nihilismus, Generationenkonflikt, Russland, Liberalismus |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Väter und Söhne ist der 1862 erschienene Roman von Iwan Turgenjew. Er hat dem Wort Nihilist seinen literarischen Sinn gegeben und einer ganzen Generation den Streit ins Haus geschickt.
Inhalt
Im Jahr 1859 kehrt Arkadi Kirsanow vom Studium auf das Gut seines Vaters zurück und bringt den Freund Basarow mit, einen Arztsohn, der nichts anerkennt, was er nicht zerschneiden kann. Die Väter – der weiche Nikolaj, der den Verfall des Guts nicht aufhält, und der elegante Pavel, ein alternder Gentleman mit verletzter Ehre – stehen für den Liberalismus der vierziger Jahre: gebildet, wohlmeinend, unfähig, Russland zu ändern. Basarow verneint. Autorität, Kunst, Natur als Tempel: alles Vorwand. Die Natur sei eine Werkstatt, der Mensch der Arbeiter darin. Nützlich sei vorläufig nur die Verneinung.
Der Streit spitzt sich zwischen Pavel und Basarow zu und endet in einem Duell aus nichtigem Anlass; Pavel wird verletzt, der Nihilist bleibt Sieger und doch nicht oben. Denn auf dem Nachbargut wohnt Anna Odinzowa, klug, schön und auf Sicherheit bedacht. Arkadi, der Basarow immer nur bewundert hat, findet zu deren Schwester Katja und damit zurück zu den Vätern. Basarow verliebt sich gegen sein eigenes Programm. Die Liebe, die er für Physiologie halten wollte, bringt ihn aus dem Gleichgewicht; Odinzowa geht nicht mit. Er kehrt zu den Eltern zurück, schneidet sich bei einer Sektion an, und stirbt an der Infektion – nicht als Märtyrer einer Idee, sondern an einem Schnitt, den ein Arzt nicht hätte riskieren dürfen.
Um Basarow herum hat Turgenjew die Karikaturen gestellt, ohne die keine Satire auf eine Mode auskommt: den Nachbeter Sitnikow und die „emanzipierte“ Kukschina, die den Nihilismus als Pose tragen. Der Roman nimmt deshalb beide Seiten aufs Korn. Die Väter können nicht handeln; der Sohn, der handeln will, kann nicht lieben und nicht leben. Was bleibt, ist die Genauigkeit, mit der Turgenjew eine historische Minute festhält: zwischen der Niederlage im Krimkrieg und der Bauernbefreiung, wenn die alten Sätze nicht mehr tragen und die neuen noch niemanden ernähren.
Einordnung
Beide Lager haben das Buch bei Erscheinen als Verrat gelesen. Die Konservativen sahen in Basarow einen Aufruf zur Zerstörung, die Radikalen eine Verhöhnung ihrer ernstesten Leute. Turgenjew, selbst ein Liberaler der Vätergeneration, hat den Nihilisten mit einem Respekt gezeichnet, der über die eigene Partei hinausgeht – und ihm dann den Tod gegeben, als sei die Figur größer als die These. Der Roman wurde zum europäischen Muster des Generationenromans; das Wort Nihilist ist aus ihm in die Politik gewandert, oft gegen den Sinn, den Basarow ihm gab.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.