Niemand hat Kolumbus ausgelacht. Fälschungen und Legenden der Geschichte richtiggestellt
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Niemand hat Kolumbus ausgelacht. Fälschungen und Legenden der Geschichte richtiggestellt |
| Autor(en): | Gerhard Prause
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| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 1966 |
| Schlagwörter: | Legende, Fälschung, Weltgeschichte, Kolumbus |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Geschichte |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Econ
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| Umfang dieser Ausgabe: | 319 Seiten |
| ISBN: | 9783423109932 |
| Verweise | |
Niemand hat Kolumbus ausgelacht. Fälschungen und Legenden der Geschichte richtiggestellt ist das 1966 bei Econ in Düsseldorf und Wien erschienene Sachbuch von Gerhard Prause. Der Hamburger Journalist, Literaturwissenschaftler und Historiker, Autor der Zeit-Rätsel »Tratschke fragt: Wer war’s?«, nimmt die Szenen, die die Schule als Ursprung erzählt: Kolumbus, dem der Hof nicht auslachte, weil alle schon wussten, dass die Erde eine Kugel sei; andere Fälschungen und Legenden, die die Nachwelt braucht. Der Band gilt als eines der ersten deutschen Bücher, die die Legendenbildung der Geschichte selbst zum Gegenstand machen. Siebte, erweiterte Auflage 1988 bei Econ; dtv hat Taschenausgaben gehalten.
Inhalt
Prause schreibt gegen die schöne Ursprungsszene. Dass Kolumbus ausgelacht worden sei, weil er die Kugel behauptete, ist die Legende einer späteren Aufklärung, die sich selbst als Licht gegen das Mittelalter braucht; gebildete Zeitgenossen kannten die Kugel, der Streit lag woanders, bei Entfernungen, Rechten, Gold. Prause trägt Belege und Gegenbelege zusammen, aus älteren Historikern und aus der zeitgenössischen Forschung, und urteilt als gebildeter Journalist, nicht als Archivar. Der Reiz liegt im Entzaubern berühmter Szenen, ohne die Geschichte für nichtig zu erklären. Was bleibt, ist oft kleiner und genauer: ein Hof, der rechnet, statt ein Saal, der höhnt.
Die späteren Auflagen haben den Bestand erweitert, modernisiert, dem Jahrhundert angepasst, das nach 1966 noch Legenden erzeugt hat. Gegenposition ist jede Geschichtsschreibung, die die Legende als Quelle der Wirkung nimmt – dass das Gelächter nicht stattfand, ändert nicht, dass Generationen danach so getan haben, als hätte es stattgefunden – und jede Mythenforschung, die denselben Stoff theoretisch nimmt. Prause will berichtigen. Der Treppenwitz der Weltgeschichte. Geschichtliche Irrtümer, Entstellungen und Erfindungen hatte dasselbe Geschäft 1882 als Hausbuch begonnen; Prause holt es in die Bundesrepublik der sechziger Jahre, neben die Zeit-Kolumne, die aus Personenrätseln Bildung machte.
Unsicher wird der Band, wo die Berichtigung selbst zur neuen Anekdote wird und wo nationale Vorlieben entscheiden, welche Mythen fallen dürfen. Ein Buch von 1966 hat andere Feinde als die erweiterten Auflagen nach weiteren Jahrzehnten; Prause hat das gespürt und nicht immer ausgewiesen, was noch die erste Schicht ist. Wer nur den Titelwitz auf Kolumbus will, verfehlt die Behauptung, dass Weltgeschichte zum großen Teil aus nachträglichen Einfällen besteht. Wer nur die Entlarvung will, verfehlt, dass Prause die große Geschichte voraussetzt, deren Zitate er kürzt.
Einordnung
Prause hat der westdeutschen Nachkriegsöffentlichkeit ein Buch gegeben, in dem die Schulszene als Fälschung lesbar wird, bevor die Irrtumslexika der neunziger Jahre denselben Leser als Kunden entdeckten. Der Band steht neben Hertslet und neben der Zeit-Rätselserie, die Prause berühmt machte, und er bleibt der ernstere Verwandte von Tratschkes Lexikon für Besserwisser. Dichtung und Wahrheit in der Weltgeschichte. Wer nach Prause hört, Kolumbus sei ausgelacht worden, hat ein Recht, nach dem Hof zu fragen. Hamburg bleibt der Ort; Econ hat den Titel gehalten.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
