Lexikon des Unwissens. Worauf es bisher keine Antwort gibt

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Lexikon des Unwissens. Worauf es bisher keine Antwort gibt
Autor(en): Kathrin Passig, Aleks Scholz
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Rowohlt
Serie:
Erscheinungsjahr: 2007
Seitenanzahl: 256 Seiten
Originaltitel: -
Originalsprache: deutsch
ISBN-10: 3871345699
ISBN-13/

EAN-Code:

9783871345692
Schlagwörter: Unwissen, Wissenschaft, Rätsel, Essay
Sachgebiete: Sachbuch, Essay
Rezensionen
Umschlag

Lexikon des Unwissens. Worauf es bisher keine Antwort gibt ist das 2007 bei Rowohlt Berlin erschienene Sachbuch von Kathrin Passig und Aleks Scholz. Die Bachmann-Preisträgerin und der Astronom legen zweiundvierzig Kapitel vor, die nicht berichtigen, was falsch gewusst wird, sondern ausstellen, was niemand weiß: die Fortpflanzung der Aale, dunkle Materie, Klebeband, Schnupfen, Herbstlaub, der Bumerang, Kugelblitze, warum Steine riechen. Der Band kam im Jahr nach Passigs Klagenfurter Preis und kehrt das Irrtumslexikon um. 2011 folgte mit Kai Schreiber ein neues Lexikon derselben Art.

Inhalt

Passig und Scholz schreiben gegen den Glauben, die Welt sei vermessen, man müsse nur im Haufen der Treffer den Verfasser finden. Die Landkarte hat weiße Flecken an Stellen, an denen das niemand vermutet: nicht nur am Ursprung des Lebens, auch am Klebstoff, am Gähnen, am Stern von Bethlehem, an der Größe von Mensch und Tier, an der Struktur des Wassers. Die Kapitel sind Essays, keine Stichwörter zum Nachschlagen, mit dem Ton der Recherche, die These und Gegenthese stehen lässt, bis das Nichtwissen übrigbleibt. Geisteswissenschaft und Esoterik bleiben draußen, weil sie den Anforderungen der Verfasser an erforschbares Unwissen selten genügen; das sagen sie im Vorwort und halten sich daran. Der Deutschlandfunk hat die Mischung aus lockerer Sprache und sauberer Offenheit gelobt.

Die Sammlung ist das Gegenteil der Krämer-Trenkler-Reihe: dort wird der Irrtum geschlossen, hier die Lücke geöffnet. Gegenposition ist jede Populärwissenschaft, die das Rätsel als Wunder verkauft, und jede Wissenschaftstheorie, die dasselbe Unwissen als Bedingung der Forschung nimmt, ohne die Aale zu erzählen. Passig und Scholz bleiben Erzähler. Burkhard Müller wollte das Buch verschenken; das ist das Kompliment einer Kritik, die das Unwissen für unterhaltsam und nicht für skandalös hält. Wer nur die dunkle Materie sucht, findet sie neben der weiblichen Ejakulation, und genau diese Nachbarschaft ist die Behauptung: Unwissen ist nicht hierarchisch.

Unsicher wird der Band, wo der Witz die offene Frage zur Pointe macht und wo der Stand von 2007 später geschlossen wurde, ohne dass ein Lexikon das nachtragen könnte. Die Verfasser wissen das; sie schreiben das erste Buch, nach dem man weniger weiß als zuvor, und meinen es ernst. Wer eine Enzyklopädie der ungelösten Probleme sucht, findet zweiundvierzig Beispiele und ein Vorwort, das die Auswahl begründet. Wer nur die Unterhaltung will, verfehlt die Stellen, an denen aus These und Gegenthese wirklich nichts folgt. Das neue Lexikon von 2011 hat das Verfahren wiederholt, nicht ersetzt.

Einordnung

Passig und Scholz haben der deutschen Sachbuchstrecke nach der Jahrtausendwende eine Form gegeben, in der Unwissen keine Schande und kein Esoterikmarkt ist, sondern ein Gegenstand. Der Band steht neben den Irrtumslexika, indem er sie umkehrt, und neben einer Essayistik, die die Naturwissenschaft als Stoff nimmt, ohne sie zu popularisieren, indem sie staunt. Wer nach diesem Buch eine Gewissheit hört, darf fragen, ob jemand nachgesehen hat, ob sie überhaupt da ist. Rowohlt Berlin hat den Ton gehalten; die Übersetzungen haben ihn exportiert.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.