Vom Geist der Gesetze
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Vom Geist der Gesetze |
| Autor(en): | Montesquieu |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Reclam |
| Serie: | Reclams Universal-Bibliothek |
| Erscheinungsjahr: | 1748 |
| Seitenanzahl: | 443 Seiten |
| Originaltitel: | De l’esprit des loix |
| Originalsprache: | französisch |
| ISBN-10: | 3150089530 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783150089538 |
| Schlagwörter: | Gewaltenteilung, Verfassung, Staatsformen, Aufklärung |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Recht |
| Rezensionen | |
Vom Geist der Gesetze ist die 1748 erschienene Untersuchung von Montesquieu über Recht und Staat. Aus ihr stammt die Gewaltenteilung, und damit steht sie in der Verfassung jeder Demokratie.
Inhalt
Montesquieu betrachtet Gesetze nicht als das, was gelten sollte, sondern als das, was gilt – und fragt, warum. Vor ihm hatte man von Vernunftgründen oder göttlichem Willen her bestimmt, wie eine Ordnung auszusehen habe; er sammelt stattdessen zwanzig Jahre lang Material aus Antike und Gegenwart, aus Reiseberichten und Rechtssammlungen, und behandelt seinen Gegenstand wie ein Naturforscher. Ein Gesetz ist ihm nie richtig an sich, sondern immer nur passend oder unpassend für ein bestimmtes Volk in einer bestimmten Lage; die beste Regierung ist die, die zu den Menschen passt, für die sie eingerichtet wurde. Damit verschiebt sich die ganze Fragestellung von der Rechtfertigung zur Erklärung.
Um in der Fülle nicht unterzugehen, ordnet er die Staaten nach ihrem Antrieb: Die Republik lebt von der Tugend ihrer Bürger, die Monarchie von der Ehre, der Despotismus von der Furcht. Dazu kommen die Umstände, die eine Ordnung tragen oder untergraben – Sitten, Religion, Handel, Größe des Landes und, sein umstrittenster Gedanke, das Klima. Wo er über Verhältnisse spricht, die er nicht kennt, wird er ungenau, und die Klimalehre hat später Zerrbildern zugearbeitet, die er nicht beabsichtigt hat. Wo er dagegen etwas kannte, wird er scharf: Das Kapitel über die Sklaverei der Schwarzen führt die üblichen Rechtfertigungen so ernsthaft vor, dass sie beim Lesen in sich zusammenfallen – eine der wirksamsten Streitschriften gegen den Sklavenhandel, verkleidet als Referat.
Der berühmte Teil steht im elften Buch. Am Beispiel Englands, das Montesquieu selbst besucht hatte, entwickelt er den Gedanken, dass Freiheit nicht davon abhängt, wer regiert, sondern davon, ob die Macht sich selbst begrenzt. Wer Gesetze gibt, darf sie nicht auch vollstrecken; wer richtet, darf nicht regieren. Denn Macht wird, wo sie kann, immer bis an ihre Grenze gebraucht – deshalb muss ihr eine andere Macht entgegenstehen. Aus dieser nüchternen Beobachtung folgt die Dreiteilung in Gesetzgebung, Verwaltung und Rechtsprechung, die er als erster ausführlich begründet hat.
Einordnung
Erschienen ist das Werk anonym in Genf, weil Montesquieu mit der französischen Zensur rechnete; drei Jahre später setzte Rom es auf den Index. Gelesen wurde es trotzdem überall, und die Wirkung ist selten so genau nachweisbar: In der amerikanischen Verfassung von 1787 ist Montesquieu der meistzitierte Autor der Beratungen, die französische Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte von 1789 erklärt eine Verfassung ohne Gewaltenteilung für nicht vorhanden, und das deutsche Grundgesetz teilt die Staatsgewalt in denselben drei Zweigen. Auch die Kritik ist alt: Sein England hat es so nie gegeben, die Klimalehre trägt nicht, und die Sympathie für die alten Vorrechte des Adels verrät den Baron. Der Satz aber, dass Macht nur durch Macht gebremst wird, hat sich als das haltbarste Stück politischer Erfahrung erwiesen, das die Aufklärung hervorgebracht hat.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Claude Opus 5, Anthropic). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.