Blumen der Nacht

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V. C. Andrews · 1979 · Roman
Das Werk
Deutscher Titel: Blumen der Nacht
Autor(en): V. C. Andrews
Originaltitel: Flowers in the Attic
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1979
Schlagwörter: Dachboden, Geschwister, Geheimnis, Gefangenschaft
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: Goldmann


Umfang dieser Ausgabe: 411 Seiten
ISBN: 9783442552023
Verweise
Umschlag

Blumen der Nacht ist der erste Roman von V. C. Andrews, 1979 als Flowers in the Attic erschienen, deutsch bei Goldmann unter einem Titel, der die Kinder im Versteck zu einem Strauß macht. Vier Geschwister werden nach dem Tod des Vaters auf dem Dachboden des großmütterlichen Hauses versteckt, damit die Mutter das Erbe nicht verliert, und was als vorübergehende Maßnahme gilt, wird zur Haft. Andrews hat den Schauerroman in die Familie gelegt: nicht das Schloss des Fremden, sondern Foxworth Hall, in dem die eigene Mutter zur Täterin wird. Der Band wurde ein Welterfolg und der Auftakt der Dollanganger-Bücher, oft als verbotene Lektüre der Jugend gelesen, literarisch als brutales Märchen über Geld, Schuld und Inzest. Die Blumen sind die Kinder, die oben blühen sollen, ohne gesehen zu werden.

Inhalt

Corrine Dollanganger kehrt nach dem Unfalltod des Mannes mit den Kindern Chris, Cathy, Cory und Carrie ins Haus ihrer Mutter zurück, ein Anwesen, das den Enkeln als Märchen erscheint und sich als Gefängnis entpuppt. Die Großmutter, fromm, hart, voller Abscheu vor der Tochter, die einen Onkel geheiratet hat, sperrt die vier auf den Dachboden und in einen angrenzenden Raum. Sie sollen unsichtbar bleiben, bis die sterbenskranke Urgroßmutter ein Testament ändert; Blutsverwandtschaft dieser Art würde das Geld kosten. Die Mutter schwört, es dauere Tage, dann Wochen. Sie kauft Kleider, küsst, geht zu Bällen im Haus darunter und kommt seltener. Die Großmutter prügelt, hungert sie und predigt Sünde.

Chris und Cathy, älteste, werden den Kleinen zu Eltern. Sie legen einen Garten aus Papierblumen an, unterrichten, erzählen, und geraten in eine Nähe, die das Haus ihnen aufzwingt, weil niemand sonst da ist. Cory erkrankt; die Nahrung schmeckt falsch; die Mutter bringt Naschwerk, das nicht nährt. Andrews erzählt die Haft als Alltag: Weihnachten oben, der Versuch, aus einem Fenster eine Welt zu sehen, die Scham des Körpers, der wächst, ohne Luft zu haben. Cathy tanzt im Verborgenen; Chris lernt aus Büchern, was ein Arzt wissen muss, und kann doch nicht retten. Die Urgroßmutter stirbt; das Versteck dauert an. Corrine will eine neue Ehe, ein neues Leben ohne die sichtbare Last der vier.

Cory stirbt. Die Überlebenden begreifen, dass das Gift im Zucker war, nicht nur in der Lehre der Großmutter. Cathy und Chris fliehen mit Carrie aus Foxworth Hall, zu spät für den Bruder, früh genug, um zu wissen, dass die Mutter nicht das Opfer des Hauses war, sondern seine Komplizin. Der Roman endet mit der Flucht, nicht mit der Gerichtsverhandlung. Die späteren Bände holen Rache und Wiederkehr nach; dieser erste Band ist die Geschichte einer Kindheit, die oben verbraucht wird. Andrews gibt den Geschwistern keine unschuldige Rettung. Sie gibt ihnen einander, und genau das wird zum Skandal des Buches: die Zärtlichkeit, die das Gefängnis erzeugt, und der Verrat, der unten im Salon weiterlacht.

Einordnung

Andrews hat den Familienroman der siebziger Jahre an eine Stelle geführt, an der das Erbe mehr gilt als die Kinder. Der Dachboden ist Märchenmotiv und sozialer Ort: unsichtbar wohnen die, die das Testament stören. Feministische Lesarten haben Corrine als Frau unter der Mutter gesehen; der Text lässt die Entlastung nicht zu. Die Großmutter prügelt im Namen Gottes, die Tochter verkauft im Namen der Zukunft. Verfilmungen, 1987 und später, haben oft die erotische Spannung der Geschwister in den Vordergrund gerückt und aus dem Gift einen reinen Horror gemacht. Das Buch ist kälter: Es zählt Tage, Mahlzeiten, das Schrumpfen der Kleinen.

Im Deutschen blieb der Goldmann-Band ein Klassiker der verbotenen Lektüre, weitergereicht, oft heimlich. Nach Andrews Tod 1986 schrieb ein anderer unter dem Namen weiter; der erste Dachboden bleibt ihrer Stimme. Wer das Buch nur als Schauerstück liest, hat den Satz über die Blumen nicht verstanden. Sie sollen schön bleiben, solange sie niemand sieht. Genau darin liegt die Grausamkeit: Kindheit als Dekoration eines Hauses, das unten Feste feiert.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.