Emil oder Über die Erziehung
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Emil oder Über die Erziehung |
| Autor(en): | Jean-Jacques Rousseau |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Schöningh |
| Serie: | UTB |
| Erscheinungsjahr: | 1762 |
| Seitenanzahl: | 596 Seiten |
| Originaltitel: | Émile ou De l’éducation |
| Originalsprache: | französisch |
| ISBN-10: | 3825201155 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783825201159 |
| Schlagwörter: | Erziehung, Kindheit, Natur, Aufklärung |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Pädagogik |
| Rezensionen | |
Emil oder Über die Erziehung ist das 1762 erschienene Erziehungsbuch von Jean-Jacques Rousseau, halb Roman, halb Abhandlung. Es hat die Vorstellung davon, was ein Kind ist, dauerhaft verändert.
Inhalt
Rousseau setzt fort, was er vorher behauptet hatte: Der Mensch sei von Natur aus gut und werde erst durch die Gesellschaft verdorben. Wenn das stimmt, liegt die Wurzel allen Übels in der Erziehung, und dann muss dort auch die Heilung ansetzen. Sein Vorschlag heißt negative Erziehung, und der Name täuscht: Gemeint ist nicht Nachlässigkeit, sondern die Kunst, in den ersten Jahren nichts zu erzwingen. Der Erzieher soll das Kind abschirmen, seine Umgebung so einrichten, dass es das Richtige von selbst lernt, und vor allem warten können. Gegen die Praxis seiner Zeit, aus Kindern möglichst früh kleine Erwachsene zu machen, setzt Rousseau den Satz, dass die Kindheit ihre eigene Art zu sehen, zu denken und zu fühlen hat – wer sie überspringt, erntet Früchte, die früh reif und faul zugleich sind.
Erzählt wird das an einem Zögling namens Emil, dessen Weg in vier Alter zerfällt. Bis fünf zählt allein der Körper: bewegen, abhärten, keine Wickelbänder, keine Ammen. Bis zwölf werden die Sinne geübt, auf dem Land, an wirklichen Dingen; Bücher sind in dieser Zeit verboten. Strafen gibt es nicht, es gibt Folgen – wer die Fensterscheibe einschlägt, schläft in der kalten Kammer. Erst danach kommt der Verstand an die Reihe, und Emil bekommt sein erstes Buch, ausgerechnet den Robinson Crusoe, weil dort ein Mensch die Dinge nach ihrer Brauchbarkeit ordnen muss statt nach der Meinung anderer. Dazu lernt er ein Handwerk, Tischler, denn wer mit den Händen arbeiten kann, ist von niemandem abhängig.
Mit der Geschlechtsreife beginnt die Erziehung des Herzens, und hier wird das Buch am gewagtesten. Mitleid ist Rousseau die erste soziale Regung, aus ihr entwickelt er Moral; die Religion folgt zuletzt und ohne Kirche, im Glaubensbekenntnis des savoyischen Vikars, das Gott aus dem Gewissen begründet statt aus der Offenbarung. Das fünfte Buch schließlich gilt Sophie, Emils künftiger Frau – und fällt hinter alles zurück, was vorher steht: Sie wird ausdrücklich für ihn erzogen, gefällig, fromm, häuslich. Kaum ein Kapitel der Pädagogikgeschichte hat so viel Widerspruch erzeugt.
Einordnung
Die Wirkung setzte sofort ein und war doppelt. Das Pariser Parlament ließ das Buch verbrennen und einen Haftbefehl gegen den Verfasser ausstellen, Genf zog nach; Rousseau floh und blieb Flüchtling. Zugleich lasen es alle: Basedow und Pestalozzi bauten Schulen darauf, Kant verschob dafür angeblich seinen Spaziergang, die Reformpädagogik des 20. Jahrhunderts berief sich auf keinen Text häufiger. Dass ausgerechnet dieser Autor seine eigenen fünf Kinder ins Findelhaus gab, hat er später in den Bekenntnissen selbst eingeräumt; man kann es als Heuchelei verbuchen oder als den Grund, aus dem er so genau wusste, was Erziehung vermag. Geblieben ist die Grundidee: dass Kinder keine unfertigen Erwachsenen sind, sondern eigene Menschen mit eigener Zeit.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Claude Opus 5, Anthropic). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.