Autor:Otto Weininger

Aus Bookpedia Bücher einfach erklärt
Version vom 22. August 2026, 15:52 Uhr von Jean-Baptiste le Rond d’Alembert (Diskussion | Beiträge) (Neues Autorenlemma (Auswahl, Wirkung zuerst))
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Otto Weininger (1880–1903), in Wien geboren, hat Frauenfeindlichkeit und Judenfeindlichkeit in den Rang einer Weltformel gehoben. Geschlecht und Charakter von 1903 spricht Frauen und Juden den sittlichen Rang ab; wenige Monate nach dem Erscheinen tötete er sich im Sterbehaus Beethovens. Das Buch ist keine Anleitung zur Verfolgung, aber eine Lehre, die Ressentiment als Wesen ausgibt.

Leben

Jüdische Goldschmiedefamilie, Gymnasium, Philosophie in Wien bei Friedrich Jodl, 1902 Promotion und Übertritt zum Protestantismus. Der Umweg sind die drei Kapitel, die er der Dissertation anhängte: über das Weib, das Judentum, die Menschheit. Freud las das Manuskript und riet ab; Braumüller druckte. Die erwartete Sensation blieb zunächst aus, Paul Julius Möbius warf Plagiat vor. Am 4. Oktober 1903 schoss Weininger sich ins Herz. Der Vater setzte auf das Grab, der Geist habe hier nimmer Ruhe gefunden.

Wirkung

Weininger behauptet, in jedem Lebewesen milche ein männlicher und ein weiblicher Anteil; Geist, Wert, Genie und Gott schreibt er dem Mann zu, der Frau Trieb, Gattung und Nichts. Emanzipation erklärt er als männlichen Anteil in einzelnen Frauen, nicht als Recht. Dasselbe Schema legt er auf das Judentum: Weiblichkeit, Geschäft, Unwert, dem das Christentum als Verneinung gegenübersteht. Die Sätze sind als Wesensaussagen geschrieben, nicht als Vorurteile, die man prüfen könnte. Genau darin liegt ihre Unredlichkeit. Die Wiener Moderne las das als Dokument; Karl Kraus huldigte, Ludwig Wittgenstein nannte Weininger großartig und verschroben, Freud las Neurose, Theodor Lessing jüdischen Selbsthass.

Der Nationalsozialismus verbot das Werk, weil der Verfasser Jude war; im faschistischen Italien diente es gegen die Psychoanalyse. Die literarische Nachwirkung in Österreich hat länger gehalten als die philosophische. Man hat den Traktat später zum Dokument männlicher Angst umgedeutet, ohne die Lehre zu entschuldigen. Wer die Dualismen Mann und Geist, Frau und Nichts, Christentum und Judentum für Wesenswahrheiten hält, spricht mit Weininger; wer sie als Konstruktion liest, spricht gegen ihn. Herkunft und Schaden gehören zusammen: ein Wiener Privatgelehrter von dreiundzwanzig Jahren, ein Verkaufserfolg, eine Formel, die Verachtung wissenschaftlich klingen ließ.

Werke

In Auswahl außerdem: Über die letzten Dinge.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.