Demokratie und Erziehung
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Demokratie und Erziehung |
| Autor(en): | John Dewey |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Beltz |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1916 |
| Seitenanzahl: | 537 Seiten |
| Originaltitel: | Democracy and Education. An Introduction to the Philosophy of Education |
| Originalsprache: | englisch |
| ISBN-10: | 340722057X |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783407220578 |
| Schlagwörter: | Demokratie, Schule, Pragmatismus, Reformpädagogik |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Pädagogik |
| Rezensionen | |
Demokratie und Erziehung ist das 1916 erschienene Hauptwerk des amerikanischen Philosophen John Dewey. Es begründet, warum eine Demokratie ohne eine bestimmte Art von Schule nicht auskommt – und umgekehrt.
Inhalt
Deweys Ausgangspunkt ist unscheinbar und trägt das ganze Buch: Erziehung ist kein Vorbereitungskurs auf das spätere Leben, sondern Leben selbst. Eine Gesellschaft erhält sich nicht dadurch, dass sie Wissensbestände weitergibt wie Inventar, sondern dadurch, dass jede Generation an gemeinsamen Aufgaben teilnimmt und dabei lernt. Erfahrung heißt bei ihm nie bloß Erlebnis, sondern der Zusammenhang von Handeln und Erleiden der Folgen: Wer etwas versucht und merkt, was daraus wird, hat gelernt; wer einen Satz auswendig hersagt, hat nichts.
Daraus folgt eine harte Kritik am Schulwesen seiner Zeit. Es stamme aus einer aristokratischen Ordnung, in der die einen zum Denken und die anderen zum Arbeiten bestimmt waren, und halte diese Trennung in seinem Aufbau fest: hier die höhere Bildung mit toten Formeln, dort die Berufsausbildung ohne Einsicht. Dewey will beides zusammenbringen. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, denen man Fertiges eintrichtert, sondern sollen fragen, versuchen, sich irren und prüfen – die Schule wird zum Ort, an dem man das Denken übt, das die Wissenschaft groß gemacht hat. Sein Maßstab ist nicht die Menge des Gelernten, sondern ob jemand weiterlernen kann: Wachstum, das kein letztes Stadium kennt, denn Stillstand ist bereits Rückschritt.
Der politische Kern steht im Begriff der Demokratie selbst. Sie ist für Dewey kein Wahlergebnis und keine Staatsform, sondern eine Lebensform – eine Gesellschaft mit vielen gemeinsamen Interessen und durchlässigen Grenzen zwischen ihren Gruppen. Wo Klassen, Stände oder Nationen sich abschließen, verkümmert das Denken auf beiden Seiten. Eine solche Gesellschaft kann sich nicht auf Gehorsam verlassen, sie braucht Bürger, die selbst urteilen, und Urteilen lernt niemand durch Zuhören. Die Schule ist deshalb Gesellschaft im Kleinen: Was dort an gemeinsamer Arbeit, Streit und Verständigung eingeübt wird, ist die Demokratie im Probelauf.
Einordnung
Dewey schrieb aus Erfahrung. 1896 hatte er in Chicago eine Versuchsschule gegründet, um seine Vorstellungen auszuprobieren, und blieb Zeit seines Lebens der bekannteste öffentliche Intellektuelle der Vereinigten Staaten. Das amerikanische Schulwesen hat er stärker geprägt als irgendein anderer; über Übersetzungen wirkte er nach China, Japan, in die Türkei und in die Sowjetunion, und die deutsche Reformpädagogik nach 1945 berief sich ausdrücklich auf ihn. Kritik gab es von zwei Seiten: den einen galt seine Schule als zu wenig anspruchsvoll, den anderen war der Pragmatismus zu bescheiden, weil er letzte Wahrheiten durch bewährte Verfahren ersetzt. Der Satz, an dem sich das Buch messen lässt, steht trotzdem unverändert im Raum – dass eine Demokratie in jeder Generation neu gelernt werden muss.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Modell nicht angegeben). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.