Encyclopédie

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Encyclopédie
Autor(en): Denis Diderot, Jean Le Rond d’Alembert
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Fischer Taschenbuch
Serie:
Erscheinungsjahr: 1751
Seitenanzahl: 399 Seiten
Originaltitel: Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers
Originalsprache: französisch
ISBN-10: 3596905214
ISBN-13/

EAN-Code:

9783596905218
Schlagwörter: Aufklärung, Wissen, Zensur, Fortschritt
Sachgebiete: Sachbuch, Philosophie
Rezensionen

Die Encyclopédie ist das zwischen 1751 und 1772 erschienene Wörterbuch der Wissenschaften, Künste und Handwerke, herausgegeben von Denis Diderot und Jean Le Rond d’Alembert. Sie ist das größte Unternehmen der Aufklärung und in siebzehn Text- und elf Tafelbänden der Versuch, das Wissen einer Epoche zu ordnen und dabei zu verändern. Die Angaben beziehen sich auf eine deutsche Auswahlausgabe.

Inhalt

Begonnen hatte es als Übersetzungsauftrag: Ein Pariser Verleger wollte ein englisches Nachschlagewerk ins Französische bringen. Unter Diderot wurde daraus etwas anderes – ein Werk mit rund 72.000 Artikeln von über 140 Mitarbeitern, unter ihnen Voltaire, Montesquieu, Rousseau, Buffon und Quesnay. Das Programm formulierte d’Alembert in der Vorrede von 1751, die den Fünfunddreißigjährigen über Nacht bekannt machte: den Aberglauben ausrotten, überlieferte Wahrheiten prüfen und alles Denken vor die Vernunft zitieren. An die Stelle des Systemgeistes, der von einem obersten Satz her die Welt einteilt, solle der systematische Geist treten, der bei der Erfahrung anfängt. Ein Stammbaum des Wissens leitet dort alle Fächer aus drei Vermögen des Menschen ab – Gedächtnis, Vernunft, Einbildungskraft – und stützt sich dabei auf John Locke: Am Anfang steht die Sinneswahrnehmung, nicht die Offenbarung.

Praktisch heißt das zweierlei. Erstens rücken die Handwerke in ein Lexikon ein, das bis dahin den Gelehrten gehörte: Diderot ging in die Werkstätten, ließ sich Verfahren zeigen und in Kupfer stechen, und die elf Tafelbände zeigen Strumpfwirkerstühle, Glashütten und Nadelfabriken mit derselben Sorgfalt, mit der andere Bücher Fürstengenealogien behandelten. Handarbeit wird darin nicht beschrieben, sondern geadelt. Zweitens muss das Werk sagen, was es meint, ohne es zu sagen. Der Artikel über eine Ketzerei referiert brav die Lehrmeinung und verweist an einer unauffälligen Stelle auf einen anderen Artikel, in dem die Widerlegung steht; über solche Querverweise wird die Zensur unterlaufen, Satz für Satz und Band für Band.

Umsonst war die Vorsicht nicht. Ab dem zweiten Band lag eine Zensurauflage auf dem Werk, nach dem siebten wurde es 1759 verboten und das Druckprivileg entzogen; d’Alembert zog sich zurück, Voltaire riet zum Abbruch, Diderot machte im Verborgenen weiter. Die letzten zehn Textbände erschienen 1765 mit falscher Ortsangabe. Als Diderot die fertigen Bögen sah, entdeckte er, dass sein eigener Verleger heimlich die heikelsten Stellen herausgestrichen hatte, aus Angst vor dem Staatsanwalt – die Manuskripte waren vernichtet, der Schaden nicht mehr zu beheben.

Einordnung

Wer die Encyclopédie nur als Nachschlagewerk liest, verfehlt sie. Ihre Verfasser wollten nicht bloß abbilden, was man weiß, sondern die Art ändern, wie geurteilt wird, und sie sagten das offen: ein Werkzeug, um die alte Ordnung in Religion und Politik zu zersetzen. Ein Vierteljahrhundert vor 1789 war das Buch damit die Revolution im Geistigen. Sie hat auch eine unauffälligere Nachwirkung: Die Idee, dass gesichertes Wissen jedem zugänglich sein muss, dass es geordnet, verwiesen und immer wieder überprüft gehört, ist von hier aus in jedes Lexikon gewandert, das seither entstanden ist.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Modell nicht angegeben). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.