Roman über ein Verbrechen

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Roman über ein Verbrechen
Autor(en): Maj Sjöwall, Per Wahlöö
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Rowohlt
Serie: Martin Beck
Erscheinungsjahr: 1965
Seitenanzahl:
Originaltitel: Roman om ett brott
Originalsprache: schwedisch
ISBN-10: 3499431777
ISBN-13/

EAN-Code:

9783499431777
Schlagwörter: Polizei, Stockholm, Gesellschaft, Kommissar
Sachgebiete: Roman
Rezensionen
Umschlag

Roman über ein Verbrechen ist die zehnbändige Kriminalreihe von Maj Sjöwall und Per Wahlöö, zwischen 1965 und 1975 erschienen, im Schwedischen von Anfang an unter diesem Gesamttitel, im Deutschen erst, als Rowohlt die Bände in einer Kassette zusammenfasste. Das Verbrechen des Titels meint nicht nur den jeweiligen Mord, sondern, so die Autoren, die Politik der schwedischen Sozialdemokratie an der Arbeiterklasse. Hauptfigur ist Martin Beck von der Reichsmordkommission; ermittelt wird unter Kollegen, vor allem mit Lennart Kollberg und Gunvald Larsson. Die Reihe hat den nordischen Kriminalroman umgestellt: weg vom genialen Einzelnen, hin zur Dienststelle, zur Routine, zur Stadt. Wahlöö starb 1975, kurz vor dem letzten Band; ein elftes Buch gab es nicht.

Inhalt

Der erste Band, Die Tote im Götakanal (1965, deutsch 1968), fischt eine vergewaltigte Amerikanerin aus dem Wasser; Beck und die Kollegen brauchen Monate, Filme von Mitreisenden und eine Lockvogelaktion, bis der Täter steht. Schon hier ist Beck kein Rätselkönig, sondern ein müder Beamter mit Erkältung, unglücklicher Ehe und verbissener Genauigkeit. Der Mann, der sich in Luft auflöste schickt ihn nach Budapest auf der Suche nach einem verschwundenen Journalisten, der in Wahrheit in Schweden tot ist. Der Mann auf dem Balkon jagt einen Kindermörder durch einen heißen Stockholmer Sommer. Mit Endstation für neun weitet sich das Team: In einem Linienbus werden Fahrer und Fahrgäste erschossen, darunter der Kollege Stenström; die Aufklärung führt in einen alten, liegengebliebenen Mord. Die Bücher datieren Szenen auf den Tag, mischen Protokoll und Dialog, schneiden zwischen Täter, Opfer und Streife.

In der Mitte der Reihe wird die Gesellschaft lauter. Alarm in Sköldgatan beginnt mit einer Gasexplosion, aus der Larsson Menschen rettet, und endet bei einem gedungenen Mörder. Und die Großen lässt man laufen erschießt in Malmö einen Konzernchef im Speisesaal; der Täter ist ein entlassener Angestellter, das Opfer ein Waffenhändler – der Titel sagt, wen man laufen lässt. Das Ekel aus Säffle gilt einem kranken Polizeioffizier, der im Krankenhaus erschlagen wird; die Motive liegen in der Dienstgewalt, nicht im Privatmythos. Daneben laufen die Grotesken: die Streifen Kristiansson und Kvant, die einen Mörder entkommen lassen, weil sie sich von einem Kind beleidigt fühlen; der Staatsanwalt, den man Bulldozer Olsen nennt; Erstürmungen leerer Wohnungen, die wie eine Posse wirken und doch Dienst sind. Beck steigt im Rang und verliert die Ehe; Kollberg zweifelt am Apparat.

Die letzten Bände verdunkeln das Bild. Verschlossen und verriegelt stellt einen scheinbaren Selbstmord in einer von innen verschlossenen Wohnung neben einen Bankraub; der Falsche wird für den Raub verurteilt, der Mörder entkommt der Tat, nicht der Haft. Der Polizistenmörder verknüpft eine vermisste Frau auf dem Land mit flüchtigen Jugendlichen und einem tödlichen Polizeieinsatz, bei dem ein Wespenstich so viel ausmacht wie eine Kugel. Die Terroristen (1975) gilt einem Staatsbesuch, einer Bombe, die wegen einer verzögerten Fernsehübertragung fehlgeht, und einer jungen Frau, die den schwedischen Regierungschef erschießt, weil sie ihn für ihr Unglück haftbar macht. Kollberg hat gekündigt. Das letzte Wort der Reihe, in einem Kreuzworträtsel, lautet Marx. Die zehn Bücher sind, so Wahlöö 1966, ein Roman von dreitausend Seiten in zehn Kapiteln: Kriminalität als soziale Funktion, nicht als Ausnahmefall eines Bösen.

Einordnung

Sjöwall und Wahlöö waren Journalisten und Marxisten und haben das populäre Genre gewählt, weil es Leser hat, die ein Traktat nicht erreicht. Sie übersetzten Ed McBain, übernahmen das Revier als Kollektiv und setzten dagegen eine Frist: zehn Bände, dann Schluss, damit die Wiederholung sie nicht auffräße. Beck steht in der Nachbarschaft von Simenons Maigret, versteht den Täter und bleibt Beamter; die Kritik an Stadtplanung, Waffen, hierarchischer Dummheit und Polizeigewalt spricht oft der Erzähler, nicht die Figur, und wirkt deshalb stellenweise aufgesetzt – das haben schon zeitgenössische Leser bemerkt. Dennoch hat die Reihe den Kriminalroman in Schweden und darüber hinaus verschoben: Nach ihr kommt man an Mankell, Indriðason, Nesbø nicht vorbei, auch wo deren Politik milder ist.

Die Verfilmungen, schwedische wie internationale, haben Beck oft jünger, knapper, filmgerechter gemacht. Die Neuübersetzung bei Rowohlt 2008 glättete nach Meinung mancher den umständlichen, rhythmischen Satz der ersten Übertragungen. Wer einzelne Titel wie Endstation für neun oder Die Terroristen liest, liest Kapitel; wer die Reihe als Ganze nimmt, liest den Längsschnitt, den Wahlöö angekündigt hat. Die Kassette mit der ISBN der zehn Bände ist die deutsche Form des Gesamttitels; die Dienststelle auf Kungsholmen bleibt die Adresse.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.