Segen der Erde
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Segen der Erde |
| Autor(en): | Knut Hamsun |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Reclam |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1917 |
| Seitenanzahl: | 430 Seiten |
| Originaltitel: | Markens Grøde |
| Originalsprache: | norwegisch |
| ISBN-10: | 3150207231 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783150207239 |
| Schlagwörter: | Rodung, Siedler, Norwegen, Erde |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Segen der Erde ist der 1917 erschienene Roman von Knut Hamsun, norwegisch Markens Grøde, das Werk, auf das sich die Schwedische Akademie 1920 bei der Vergabe des Nobelpreises ausdrücklich bezog. Hamsun erzählt, wie ein Mann allein in die nordnorwegische Wildnis zieht, rodet, sät und einen Hof gründet, während um ihn herum Geld, Bergwerk und Staat die alte Ordnung ankratzen. Nach Hunger und den Stadtbüchern der neunziger Jahre ist dies das Gegenbild: nicht der erregte Mann der Stadt, sondern der Schweigsame an der Hacke. Der Ton ist biblisch ruhig, herbe Schönheit ohne Predigt. Pauline Klaiber-Gottschau hat die deutsche Fassung geprägt, die Reclam wieder vorlegt.
Inhalt
Isak kommt zu Fuß, mit einem Sack und einem eisernen Willen, an einen Ort ohne Namen, später Sellanraa genannt. Er fällt Bäume, bricht Steine, legt eine Hütte an, holt eine Ziege. Eines Tages steht Inger vor der Tür, eine Frau mit einer Hasenscharte, arbeitsam, verschlossen, von den Leuten unten im Dorf gemieden. Sie bleiben beieinander, ohne dass Hamsun eine Werbehandlung ausstellt; die Arbeit verheiratet sie. Kinder kommen, der Hof wächst, Nachbarn siedeln sich an, ein Weg entsteht, wo keiner war. Isak geht stundenweit zum Handel, kauft eine Sense, später einen Pflug, bleibt misstrauisch gegen alles, was glänzt. Inger tötet heimlich ein Kind, weil es die Scharte der Mutter geerbt hat; sie wird angezeigt, verbüßt eine Strafe im Süden und kehrt verändert zurück, belesener, städtischer, fremder gegenüber dem Mann, der in der Zwischenzeit den Hof allein gehalten hat.
Unten im Tal eröffnet man ein Kupferbergwerk. Arbeiter, Ingenieure und Geldleute kommen; Söhne von Sellanraa geraten in den Sog von Lohn, Schnaps und leichten Frauen. Geissler, ein abgesetzter Amtmann, taucht auf und wieder ab, ein unsteter Helfer, der Isak zu Rechten und Landtiteln rät und selbst kein Wurzelmensch ist. Isak kauft, was er braucht, und lässt das andere. Er bleibt, wenn andere weiterziehen. Hamsun zeigt die Mühe der Jahre ohne Heroisierung des Elends: Frost, Krankheit, ein Brand, die Geburt, der Tod eines Kindes, der Streit mit Nachbarn um Grenzen. Der Segen der Erde ist kein Märchen; er ist der Ertrag von Rodung, die sich nicht in Kapital auflösen will.
Im Alter sitzt Isak auf seinem Grund, reich an Vieh und karg im Reden. Inger hat ihren Frieden mit der Scharte und mit ihm gemacht, ohne dass die Stadt ganz aus ihr gewichen wäre. Die Söhne gehen verschiedene Wege: einer bleibt dem Hof, ein anderer sucht das Bergwerk und die Ferne. Geissler erscheint ein letztes Mal und segnet in seiner Art das, was Isak gebaut hat – nicht als Idyll, sondern als das Eine, das bleibt, wenn Moden und Minen vergehen. Der Roman schließt mit dem Bild des Mannes, der die Erde genommen und ihr etwas zurückgegeben hat. Hamsun lässt keinen Zweifel, welche Lebensform er für die stärkere hält.
Einordnung
Das Buch traf 1917, mitten im Krieg, auf eine europäische Sehnsucht nach Ursprung und Scholle und wurde zum Weltbuch, noch bevor der Nobelpreis es krönte. Es steht gegen Hamsuns eigene frühe Moderne: Gegen den Hunger-Helden, der in Kristiania zerfällt, setzt er den Siedler, der nicht zerfällt. Die politische Kehrseite ist bekannt und gehört zur Einordnung: Hamsun begrüßte später die deutsche Besetzung Norwegens; die Erde, die hier Segen heißt, ließ sich völkisch lesen, als Lehre vom Boden gegen die Stadt. Das rechtfertigt den Roman nicht und löscht ihn nicht. Er bleibt sprachlich eines der großen nordischen Bücher über Arbeit.
Wer nach Hamsun über Rodung und Moderne spricht, spricht hinter Sellanraa, auch wer den Autor verwirft. Neben Hunger ist Segen der Erde der Gegenpol desselben Werks: Nerv und Faust, Stadt und Hof. Die Reclam-Ausgabe hält die ältere Übersetzung und ein Nachwort, das die Ambivalenz nicht unterschlägt. Isak ist keine unschuldige Figur; er ist die Behauptung, ein Leben ohne Markt sei möglich, erzählt von einem Mann, der den Markt der Literatur besser beherrschte als die meisten.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
