Der ewige Gärtner

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John le Carré · 2001 · Roman
Das Werk
Deutscher Titel: Der ewige Gärtner
Autor(en): John le Carré
Originaltitel: The Constant Gardener
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 2001
Schlagwörter: Pharma, Kenia, Mord, Diplomatie
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: Ullstein


Umfang dieser Ausgabe: 560 Seiten
ISBN: 9783548286310
Verweise
Umschlag

Der ewige Gärtner ist der 2001 erschienene Roman von John le Carré, im Original The Constant Gardener, deutsch zuerst bei List. Ein britischer Diplomat in Nairobi, der lieber Beete pflegt als Intrigen, verliert seine Frau und folgt der Spur, die sie gelegt hat: illegale Arzneimittelversuche eines Konzerns an kenianischen Kranken, gedeckt von Londoner Behörden. Le Carré hat nach dem Ende des Kalten Kriegs die Feinde gewechselt; statt des sowjetischen Gegners stehen hier die Gewinninteressen der großen Firmen. Gewidmet ist das Buch der Flüchtlingshelferin Yvette Pierpaoli, die sich weigerte wegzusehen. In der Nachbemerkung schreibt der Autor, die Wirklichkeit sei, gemessen am Roman, so harmlos wie eine Urlaubskarte.

Inhalt

Tessa Quayle, junge Frau des Diplomaten Justin Quayle am britischen Hochkommissariat in Nairobi, wird am Turkanasee ermordet aufgefunden, neben ihr der einheimische Fahrer. Der belgische Arzt Arnold Bluhm, Tessas Vertrauter, gilt als verschwunden und als vermuteter Geliebter. Stellvertretender Hochkommissar Sandy Woodrow, heimlich in Tessa verliebt, hat kurz vor ihrem Tod einen Brief an Sir Bernard Pellegrin im Außenministerium geschickt, in dem Tessa die Machenschaften der Firma Bell, Barker & Benjamin anprangert, in Afrika ThreeBees genannt. Scotland Yard schickt Rob und Lesley; sie erkennen einen Auftragsmord. Tessa hatte in einem Krankenhaus, wo sie ihr Kind tot zur Welt brachte, gesehen, wie der Niederländer Markus Lorbeer Einheimische mit dem unzureichend geprüften Tuberkulosemittel Dypraxa behandelte und eine Frau sterben ließ.

Die britischen Stellen, dem Firmeneigner Kenneth Curtiss verpflichtet, ziehen die Beamten ab. Rob und Lesley übergeben Justin heimlich ihre Akten. Justin, der Tessa jede Freiheit ließ, solange seine Loyalität zum Amt unberührt blieb, macht sich Vorwürfe und taucht in London unter. Hinter ThreeBees steht der schweizerisch-kanadische Konzern KVH. Das Mittel versprach Gewinne bei einer erwarteten Tuberkulosewelle; tödliche Nebenwirkungen zwangen die Firma, Kritiker mundtot zu machen. Pellegrin hat Tessas Ergebnisse an KVH weitergereicht. Justin wird überfallen, reist inkognito nach Kenia, rekonstruiert Tessas letzte Fahrt und findet in einem Lager in Lokichoggio den bußfertigen Lorbeer, der Tessa und Bluhm verraten hat.

Justin stellt Lorbeer zur Rede und wird selbst verraten. Am Ort von Tessas Tod am Turkanasee holt ihn ein Kommando ein. London spricht von Selbstmord. Woodrow wird Hochkommissar, Pellegrin wechselt in den Vorstand von KVH, ThreeBees wird aufgelöst, Curtiss macht weiter. Justins hinterlassene Aufzeichnungen führen immerhin zu einer parlamentarischen Anfrage. Le Carré lässt den Gärtner erst spät in den Vordergrund treten; zuerst reden andere über ihn, den höflichen Mann ohne Schatten. Tessa bleibt die Tote, um die sich Heuchelei und Heiligkeit legen. Justin wählt am Ende die Frau gegen das Amt und geht den Weg zu Ende, den sie angefangen hat.

Einordnung

Le Carré hat den Agentenroman in den pharmazeutischen Dschungel verlegt, ohne George Smiley zu bemühen. Die Institution, der Justin gedient hat, deckt den Konzern; das Individuum, Tessa, zahlt mit dem Leben. Das ist die alte Moral des Autors, nur sind die Feinde keine Residenturen mehr, sondern Vorstände. Kritiker warfen dem Buch Eindimensionalität vor, die Wut eines Sachbuchs im Gewand des Romans; andere priesen die Altersradikalität, den Grimm, die Dialoge. Der Fall Pfizer in Nigeria, an Kindern getestetes Antibiotikum, lag in der Luft; le Carré bestritt die direkte Abbildung und beharrte darauf, seine Fiktion sei zahmer als die Akten.

Fernando Meirelles’ Film von 2005 mit Ralph Fiennes und Rachel Weisz, die einen Oscar bekam, hat dem Stoff das Gesicht Kenias gegeben: Licht, Staub, die Nähe der Körper. Das Buch ist kühler und bürokratischer, näher an Whitehall als an der Kamera. Wer le Carré nur aus der Kälte des Ost-West-Konflikts kennt, findet hier denselben Anzug und einen anderen Krieg. Die Ullstein-Taschenbuchausgabe hält die Übersetzung von Werner Schmitz. Justin gärtnert, bis der Garten die Welt nicht mehr erklärt; dann hört er auf zu gärtnern und fängt an zu fragen, und das Fragen tötet ihn wie die Frau, der er zu spät zugehört hat.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.