Salambo
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Salambo |
| Autor(en): | Gustave Flaubert |
| Originaltitel: | Salammbô |
| Originalsprache: | französisch |
| Erstveröffentlichung: | 1862 |
| Schlagwörter: | Karthago, Söldner, Schleier, Opfer |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Reclam
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| Umfang dieser Ausgabe: | 369 Seiten |
| ISBN: | 9783150202227 |
| Verweise | |
Salambo ist der historische Roman von Gustave Flaubert, 1862 in Paris erschienen, nach fünf Jahren Arbeit an Quellen, Reisen und Stil. Der französische Titel Salammbô nennt die Tochter des Feldherrn Hamilkar Barkas, Priesterin der Mondgöttin Tanit; die deutsche Überlieferung hat den Namen oft ohne Zirkumflex geschrieben. Flaubert verlegt die Handlung ins Karthago nach dem Ersten Punischen Krieg, als unbezahlte Söldner die Stadt belagern. Nach Madame Bovary war das Publikum auf Provinzehebruch eingestellt und bekam Ritual, Belagerung und Körperopfer. Das Buch spaltete die Zeitgenossen: zu blutig, zu gelehrt, zu wenig „modern“ – und gerade deshalb ein Gegenstück zum bürgerlichen Roman derselben Hand.
Inhalt
Nach dem Frieden mit Rom lagern die angeworbenen Söldner vor Karthago und warten auf den Sold. Beim Gelage im Garten des abwesenden Hamilkar erscheint dessen Tochter Salambo, schön, priesterlich, den Männern so fremd wie die Stadt selbst. Der Libyer Matho verliebt sich in sie mit einer Wucht, die den Aufstand an ihre Person bindet. An seiner Seite steht der listige Sklave Spendius, der den Krieg gegen die Stadt schürt, weil er die Freiheit will und die Rache. Die Karthager, vertreten durch den dicken, grausamen Hanno und später durch den heimkehrenden Hamilkar, halten die Söldner hin, betrügen sie um Geld und Geiseln. Matho und Spendius steigen in die Stadt und rauben den zaïmph, den heiligen Schleier der Tanit, ohne den Karthago sich verloren glaubt. Salambo, zwischen Tempelpflicht und Entsetzen, wird zur Figur, an der sich der Krieg entscheidet, ohne dass sie ihn führen wollte.
Hamilkar kehrt zurück, züchtigt die eigene Bürgerschaft und führt den Krieg mit derselben Härte, mit der er Söhne und Schätze zählt. Salambo steigt, von den Priestern gedrängt, in Mathos Lager, um den Schleier zurückzuholen; die Nacht bei ihm ist Unterwerfung, List und eine Nähe, die der Roman nicht zur Liebesszene verklärt. Sie gewinnt das Tuch, Matho lässt sie gehen und bleibt der Mann, den die Leidenschaft zum Feldherrn und zum Verlierer macht. Die Schlachten am Makar, die Belagerung, der Hunger in den Söldnerreihen und die Kreuzigungen füllt Flaubert mit Einzelheiten aus antiken Berichten, vor allem aus Polybios, und mit Erfindungen, die das Entsetzen steigern. Die Karthager opfern Kinder dem Moloch, um die Stadt zu retten; der Roman beschreibt den glühenden Gott und die Eltern, die ihre Erstgeborenen hergeben, ohne die Szene zur Moralpredigt zu machen.
Die Söldner werden in einen Engpass getrieben und vernichtet. Matho gerät lebend in die Stadt, wird durch die Gassen gehetzt, geschlagen, zur Schau gestellt. Salambo, dem Sieger Hamilkar zur Frau eines Verbündeten bestimmt, sieht den Sterbenden und bricht selbst tot zusammen – der Roman lässt offen, ob Gift, Schreck oder eine Bindung, die den Schleier überdauert hat. Karthago hat gesiegt und nichts gelernt, das den nächsten Krieg verhindern würde. Der Knabe Hannibal, Hamilkars Sohn, bleibt am Rand der Handlung: ein Name, der die Zukunft schon trägt, während die Gegenwart in Blut und Gold erstickt. Flaubert schließt nicht mit Versöhnung, sondern mit dem Bild einer Stadt, die ihre Götter und ihre Söldner mit derselben Rechnung bezahlt.
Einordnung
Flaubert hat nach der Enge von Yonville die Weite Karthagos gesucht und denselben Blick mitgenommen: keine Instanz erklärt, was Schönheit und Grausamkeit miteinander wollen. Die Gelehrsamkeit – Tempel, Waffen, Speisen, liturgische Namen – ist kein Schmuck, sondern das Material, aus dem der Stil eine fremde Welt baut, die trotzdem nach dem Frankreich des zweiten Kaiserreichs riecht: Geld, Krieg, Opfer der Armen. Gegenüber Madame Bovary, wo die Illusion die Provinz zersetzt, zersetzt hier der Kult die Politik. Baudelaire bewunderte, was andere als Blutrausch lasen; die Nachwelt hat in Salambo bald die Oper, bald den Film, bald die Vorlage für gemalte Orientfantasien erkannt und darüber den Satzbau vergessen.
Verfilmungen und Bühnenfassungen haben aus Matho und Salambo ein Paar gemacht, dem nur die Stadt im Weg steht. Der Roman erzählt etwas Härteres: Die Priesterin dient der Göttin, der Söldner dient seinem Verlangen, und beide werden von einer Kriegsmaschine verbraucht, die weder Liebe noch Religion braucht, um weiterzulaufen. Wer nach Flaubert über den historischen Roman als Archäologie der Gewalt spricht, spricht hinter diesem Buch. Es bleibt der sperrige mittlere Roman zwischen Bovary und der Sentimentalität der Éducation, ein Werk, das die Antike nicht belehrt, sondern ausstellt.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
