Am Ende sterben wir sowieso
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Am Ende sterben wir sowieso |
| Autor(en): | Adam Silvera |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Arctis |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 2017 |
| Seitenanzahl: | 368 Seiten |
| Originaltitel: | They Both Die at the End |
| Originalsprache: | englisch |
| ISBN-10: | 3038802034 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783038802037 |
| Schlagwörter: | Tod, Freundschaft, New York, letzter Tag |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Am Ende sterben wir sowieso ist der 2017 erschienene Roman von Adam Silvera, im Original They Both Die at the End. In einer nahen Gegenwart ruft eine Behörde, die Todesboten, Menschen an, die den Tag nicht überleben werden; eine Anwendung namens Letzte Freunde vermittelt Begleitung. Die Jungen Mateo und Rufus, die sich nicht kennen, verbringen den 5. September miteinander in New York. Der Titel nimmt das Ende vorweg; die Spannung liegt nicht im Ob, sondern im Wie des gemeinsamen Tages. Deutsch erschien das Buch 2018 bei Arctis und stand auf der Spiegel-Bestsellerliste.
Inhalt
Kurz nach Mitternacht erfahren Mateo Torrez und Rufus Emeterio, dass sie sterben werden. Mateo, schüchtern, puerto-ricanischer Abstammung, hat den Vater im Krankenhaus und hat das Leben bisher hinter Bildschirmen und Angst verschoben. Rufus, in einer Pflegefamilie, hart nach außen, hat gerade den Exfreund und eine Schlägerei hinter sich. Beide öffnen die Anwendung Letzte Freunde: Mateo, um nicht allein zu sein; Rufus, weil ihm die Plätze ausgehen. Sie treffen sich und beschließen, den Tag nicht als Wartesaal zu verwenden.
New York wird zur Strecke eines nachgeholten Lebens: Parks, Essen, ein Besuch beim Vater, Gespräche über Mut, Herkunft, die Liebe zu Jungen, die ungesagten Sätze. Silvera wechselt die Stimmen, schaltet auch Nebenfiguren ein – andere, die an diesem Tag sterben, die Mitarbeiter der Todesboten, Freunde, die nicht wissen, wie man Abschied nimmt. Die Behörde ist alltagswarm organisiert, beinahe höflich; gerade darin liegt das Unheimliche. Mateo lernt, das Zimmer zu verlassen; Rufus lernt, weich zu sein, ohne zu kippen. Eine Zuneigung entsteht, die der Roman nicht zur großen Rettung aufbläst, weil Rettung nicht vorgesehen ist. Sie halten einander fest, als wäre der Tag eine Probe auf ein längeres Leben, das nicht kommt. Die Stadt bleibt laut, gleichgültig, und genau deshalb geeignet: Niemand muss die beiden kennen, damit sie einander kennen.
Der Titel hält Wort. Die beiden sterben, nicht in einer gemeinsamen theatralischen Pose, sondern so, wie eine Welt sterben lässt, die den Tod ankündigt und trotzdem den Verkehr aufrechterhält. Silvera spart die letzte Genauigkeit nicht vollständig aus, weigert sich aber, den Tag zur Moralpredigt zu machen, man solle jede Stunde nutzen – obwohl genau dieser Imperativ in der Werbung der Anwendung steckt. Was bleibt, ist die Begegnung: ein Leben, das in Stunden die Dichte nachholt, die Jahre nicht hatten. Die Nebenstimmen zeigen, dass Mateo und Rufus keine Ausnahme sind; der 5. September hat viele Enden.
Einordnung
Silvera hat ein Jugendbuch geschrieben, das sein Ende im Titel trägt und trotzdem gelesen wird, weil die Frage nach dem gelungenen Tag älter ist als die Erfindung der Todesboten. Die gleichgeschlechtliche Zuneigung ist selbstverständlich, nicht als These aufgesetzt. In den sozialen Netzen wurde der Band zum Weiterempfehlungsbuch; die Vorgeschichte Der Erste, der am Ende stirbt hat das System der Todesboten später ausgebaut. Wer Wundertechnik erwartet, findet nur die eine Setzung; der Rest ist New York, Angst und Zärtlichkeit.
Gegen Todesromane, die den Sterbenden zur Lehre für die Lebenden machen, hält Silvera die Perspektive der beiden, die keine Zeit haben, Symbol zu sein. Die Anwendung Letzte Freunde ist Satire auf Vermittlung und Trostindustrie, und sie ist zugleich der Grund, warum sich Mateo und Rufus finden. Wer das Buch für bloße Rührung hält, hat die Behörde überlesen; wer nur die Behörde sieht, hat den Park überlesen. Nach diesem Roman ist der letzte Tag keine Metapher mehr, sondern ein Termin, den zwei Fremde miteinander wahrnehmen.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
