Eisfieber
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Eisfieber |
| Autor(en): | Ken Follett |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Bastei Lübbe |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 2004 |
| Seitenanzahl: | 464 Seiten |
| Originaltitel: | Whiteout |
| Originalsprache: | englisch |
| ISBN-10: | 3404194772 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783404194773 |
| Schlagwörter: | Virus, Schneesturm, Familie, Schottland |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Eisfieber ist ein 2004 erschienener Spannungsroman von Ken Follett, im Original Whiteout. In einem schottischen Labor verschwindet ein tödliches Virus; in derselben Nacht zieht ein Schneesturm auf, und die Familie des Firmeninhabers versammelt sich zum Weihnachtsfest auf einem Landsitz. Follett, berühmt durch Die Säulen der Erde und ältere Spionagebücher, kehrt hier zum geschlossenen Ort und zur Uhr zurück. Der Band verbindet Diebstahl, Verwandtschaft und Wetter zu einem Ablauf, in dem niemand ungestört Truthahn essen kann. Er ist kürzer und kälter als die Mittelalterepen, handwerklich genau in der Logistik des Schnees.
Inhalt
Toni Gallo leitet die Sicherheit bei Oxenford Medical, einem Labor in den schottischen Highlands, in dem an einem Virus geforscht wird, das dem Grippeerreger verwandt und in der falschen Hand eine Waffe wäre. Kurz vor Weihnachten wird eine Probe entwendet; ein Mitarbeiter stirbt, die Spur führt nach außen, und Toni, die beruflich unter Druck steht und privat den Chef liebt, muss aufklären, während der Sturm die Straßen schließt. Stanley Oxenford, Inhaber des Unternehmens, hat die erwachsene Familie auf das Anwesen bestellt: Söhne, Töchter, Schwiegersohn, Enkel, alte Konflikte unter dem Baum. Der Diebstahl und das Fest fallen in dieselbe Nacht.
Die Diebe – darunter Gestalten aus Stanleys Umfeld, die Geld und Rache mischen – unterschätzen den Sturm und die Frau, die das Labor kennt. Follett wechselt zwischen Laborprotokoll, Familiengespräch und Flucht durch Schnee. Toni ist die Figur, die zählt, misstraut und trotzdem gebunden bleibt: an Stanley, an die Belegschaft, an eine Polizei, die nicht durchkommt. Im Haus eskalieren Erbschaft, Eifersucht und die Frage, wer vom Virus wusste. Das Weihnachtsessen wird zur Falle; der Sturm isoliert Täter und Opfer in einem Radius, den man zu Fuß kaum verlässt. Follett beschreibt Kälte, Sicht und Fahrzeuge so nüchtern, dass das Wetter mitspielt wie eine weitere Figur. Die Kinder im Haus verstehen zuerst nicht, warum die Erwachsenen flüstern; dann verstehen sie es zu gut. Wer das Labor für den einzig gefährlichen Ort hält, lernt, dass der Speisesaal dieselbe Luft hat.
Die Auflösung bringt das Virus, die Familie und Tonis Stellung in eine Linie. Nicht alle Überlebenden sind unschuldig, nicht jede Liebe trägt. Follett spart das große politische Tableau; es bleibt ein britischer Winterkrimi mit Laborhintergrund, in dem die Gefahr aus dem Kühlschrank kommt und aus dem nächsten Zimmer. Toni besteht, ohne zur unberührbaren Heldin zu werden. Der Schnee hört auf, die Rechnung nicht. Wer das Buch als bloßen Diebstahl liest, verpasst, dass Follett die Familie als das eigentlich undichte System zeichnet.
Einordnung
Follett hat zwischen den großen historischen Bögen immer wieder zeitgenössische Spannungsromane geschrieben; Eisfieber gehört zu den straffsten. Gegen die Kathedralenjahre von Die Säulen der Erde steht hier eine Nacht, ein Haus, ein Labor. Die Virusangst der Zeit nach den Anschlägen von 2001 nährt den Stoff, ohne dass der Roman zur Warnschrift wird. Deutsche Leser kennen Follett vor allem als Mittelaltererzähler; dieser Band erinnert daran, dass er als Verfasser von Agentengeschichten angefangen hat.
Die Konstruktion ist klassisch: Isolation durch Wetter, Eingeweihte unter den Gästen, eine Frau in einem Sicherheitsdienst, der Männern zu gehören scheint. Follett moralisiert wenig; er zählt Abläufe, Schichtpläne, die Minuten, in denen eine Ampulle unbeaufsichtigt bleibt. Wer literarische Ambition sucht, findet Handwerk; wer Handwerk sucht, findet einen Sturm, der keine Metapher bleiben darf, weil sonst das Virus entkommt. Die Familie Oxenford ist kein Chor der Unschuld, sondern ein Kreis mit Rechnungen. Nach diesem Buch ist Weihnachten bei Follett kein Fest der Versöhnung, sondern ein Termin, an dem alle im Haus erreichbar sind.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
