Breaking News
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Breaking News |
| Autor(en): | Frank Schätzing |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Fischer Taschenbuch |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 2014 |
| Seitenanzahl: | 976 Seiten |
| Originaltitel: | Breaking News |
| Originalsprache: | deutsch |
| ISBN-10: | 3596030641 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783596030644 |
| Schlagwörter: | Israel, Journalismus, Siedler, Geheimdienst |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Breaking News ist ein Roman von Frank Schätzing, 2014 bei Kiepenheuer und Witsch erschienen, zehn Jahre nach dem Schwarm. Ein gescheiterter Kriegsreporter jagt in Israel eine Geschichte, die ihn fast tötet; daneben erzählt Schätzing die Siedlungsgeschichte einer Familie vom Mandat bis zur Räumung des Gazastreifens. Die Startauflage lag bei einer halben Million. Der englische Titel ist der deutsche Titel: Nachricht als Ware, als Waffe, als letzter Versuch eines Mannes, wieder jemand zu sein. Die Kritik zerfiel in Leser, die das Tempo nahmen, und solche, die den Nahostkonflikt in der Maschine des Spannungsromans nicht wiedererkannten.
Inhalt
Tom Hagen, einst Star der Krisenberichte, ruinierte in Afghanistan 2008 eine Geiselgeschichte und später in Libyen die Chance auf ein Comeback. 2011 in Israel bietet ein Informant CDs mit Daten des Schin Bet. Die Redaktion zahlt nicht; Hagen behauptet, die Dateien bewiesen, Ariel Scharon sei 2005 nicht durch einen Schlaganfall, sondern durch ein Attentat ins Koma gefallen. Maskierte überfallen ihn, er entkommt, findet die Ärztin Yael Kahn, die die Geschichte bestätigen kann, weil sie selbst in die Spritze verwickelt war. Fundamentalistische Siedler wollen nicht nur die Tat verdecken, sondern einen neuen Schlag führen: eine Militärdrohne auf die Al-Aqsa-Moschee lenken. Hagen und Yael werden gefasst, fliehen, Hagen wird getroffen. Der Schin Bet, in dem es einen Verräter gibt, verhindert den Anschlag in letzter Minute. Der Handel am Ende ist schmutzig: Schweigen gegen Schweigen, keine Veröffentlichung, keine Ermittlung gegen Yael.
Daneben die Kahns. 1929 kommen die Familien nach Kfar Malal. Die Zwillinge Jehuda und Benjamin Kahn und ihr Freund Arik Scheinermann wachsen zusammen auf. Jehuda wird Bewässerungsfachmann, Benjamin Rabbi und später Kopf der nationalreligiösen Siedler, Arik Soldat und – der Roman hebt die Maske spät – Ariel Scharon. Jehuda zieht nach Jamit, verliert den Sohn Uri nach dem Libanonkrieg durch Selbsttötung, bricht mit Scharon, als der die Stadt räumen lässt, und landet mit der Enkelin Yael in Elei Sinai im Gazastreifen. 2005 räumt Scharon auch Gaza; Jehuda stirbt, bevor der versprochene Ersatz da ist. Yael, inzwischen Ärztin am komatösen Scharon, spritzt unter Druck die tödliche Dosis. Schätzing bindet die Familiensaga an die Jagd, indem Yael die Enkelin ist und die Tat die Nachricht, die Hagen verkaufen will.
Dazwischen der Dienst: Perlman und die Agentin Cox jagen den heroinabhängigen Pini, der die CDs hat, verlieren ihn an Hagen, folgen nach Nablus, enttarnen den Maulwurf und räumen den Steuercontainer der Drohne. Schätzing wechselt Schauplätze, häuft Wissen über Siedlungen, Geheimdienst und Wassertechnik und lässt Palästinenser meist am Rand. Hagen ist kein moralischer Held; er will die Story, dann das Leben. Yael ist Täterin und Gejagte. Der Roman schließt nicht mit der großen Enthüllung, sondern mit einem Kuhhandel, der die Nachricht begräbt, die der Titel verspricht. Was bleibt, ist die Behauptung, dass 2005 und 1929 dieselbe Familie und derselbe Streit sind.
Einordnung
Schätzing hat den Katastrophenroman des Schwarms gegen einen politischen Spannungsroman getauscht und denselben Ehrgeiz mitgenommen: Dicke, Recherche, Lehre. Andreas Platthaus lobte die Komposition der zwei Stränge und tadelte den Stil des Reporterteils; Sylvia Staude nannte das Buch schlecht und wikipediahaft; Gerhard Matzig fand Tempo ohne sprachlichen Ehrgeiz; Burkhard Müller in der Zeit ein gut lesbares Buch, das tief fragwürdig sei. Martin Ebel warf Schätzing vor, Scharon zum Friedensengel umzuwerten und Palästinenser als Staffage zu behandeln. Die Fragwürdigkeit sitzt in der Anlage: Wer den Konflikt als Familiensaga und Attentatserzählung schreibt, muss Partei nehmen, auch wo er Balance behauptet.
Als Zeitbuch von 2014 gehört Breaking News in die Jahre nach der zweiten Intifada und vor den späteren Kriegen, die das Buch nicht mehr kennt. Die Verschwörung um Scharon ist Erfindung; die Räumung Gazas und Jamits ist Geschichte. Wer nach Schätzing über Israel als Stoff des Unterhaltungsromans spricht, spricht hinter Hagen und den Kahns; wer das Buch für eine Reportage hält, hat den Deal am Ende nicht gelesen. Kiepenheuer und Witsch druckte den Wälzer, Fischer das Taschenbuch. Neben dem Schwarm wirkt die Erde hier nicht als Subjekt, sondern als strittiger Boden, auf dem Nachrichten und Mythen denselben Preis haben.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
