Auferstehung
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Auferstehung |
| Autor(en): | Lew Tolstoi |
| Originaltitel: | Воскресение |
| Originalsprache: | russisch |
| Erstveröffentlichung: | 1899 |
| Schlagwörter: | Gericht, Schuld, Sibirien, Umkehr |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Insel Verlag
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| Umfang dieser Ausgabe: | 629 Seiten |
| ISBN: | 9783458324911 |
| Verweise | |
Auferstehung ist der letzte große Roman von Lew Tolstoi, 1899 nach zehnjähriger Arbeit zuerst in einer Zeitschrift erschienen, von der Zensur gekürzt, als Buch vollständiger. Ein Fürst erkennt im Gericht die Frau wieder, die er als Jüngling verführt und sitzen gelassen hat, und folgt der unschuldig zu Zwangsarbeit Verurteilten nach Sibirien, um zu sühnen. Tolstoi hat nach Krieg und Frieden und Anna Karenina keinen Gesellschaftsroman der Salons mehr geschrieben, sondern eine Anklage gegen Recht, Kirche, Eigentum und die eigene Klasse, in der er selbst stand. Der Titel meint nicht das Grab, sondern die Umkehr im Diesseits: das Gewissen, das aufsteht, während der Staat die Lebenden begräbt. Honorare flossen in die Duchoborzen; der Roman war auch eine Tat.
Inhalt
Fürst Dmitri Nechljudow sitzt als Geschworener, als Katerina Maslowa, genannt Katjuscha, wegen Giftmords an einem Kaufmann angeklagt wird. Er erkennt das Ziehkind seiner Tanten, das er als Student schwängerte und mit Geld abfand; das Kind starb, sie sank in die Prostitution. Das Gericht – nachlässig, formelhaft, in einem falschen Wortlaut des Urteils – schickt sie zu vier Jahren Zwangsarbeit nach Sibirien, obwohl die Geschworenen sie nicht für die Mörderin halten. Nechljudow, der zwischen Gut, Offiziersleben und einer standesgemäßen Braut schwankt, begreift seine Schuld als Anfang einer Kette, die das ganze Reich füllt. Er besucht Katjuscha im Gefängnis, bietet die Ehe an, wird abgewiesen, und beginnt, Akten zu lesen, Gouverneur zu belagern, Land an Bauern zu geben, weil das Gewissen keine Geste will, sondern Folgen.
Der zweite Teil führt durch die Welt der Haft: Transport, Beamte, Sektierer, politische Gefangene, das alltägliche Sterben an Typhus und Willkür. Katjuscha, erst hart, dem Fürsten gegenüber voller Hass auf den Mann, der sie zur Ware machte, taut unter anderen Einflüssen auf, nicht unter seinem. Nechljudow sieht, dass seine Sühne sie belasten kann, weil sie ihn an den Verführer bindet. Er folgt dem Zug nach Osten, durch den Ural, in die Etappen, und findet in den politischen Häftlingen eine Moral, die seine adlige Reue beschämt und belehrt. Tolstoi zeichnet Richter, Popen, Aufseher als Räder eines Werks, das niemand lenkt und alle mitdrehen. Die Landschaft Sibiriens ist weit; die Käfige sind eng.
Am Ende nimmt Katjuscha einen anderen, den Verbannten Simonson, und weist Nechljudows Ehe erneut zurück, nicht aus Rache, sondern weil sie frei werden will von ihm und von der Rolle des Opfers, das man heiratet, um sich zu retten. Nechljudow bleibt mit dem Evangelium zurück, das Tolstoi ihm in die Hand legt: nicht die Kirche der Krone, sondern die Forderung, nicht zu richten, nicht mit Gewalt zu antworten, das Land nicht als Eigentum zu halten. Ob das eine Auferstehung ist, lässt der Roman offen. Es ist eine Arbeit, die nicht aufhört, wenn die Frau, um derentwillen sie begann, einen anderen Weg geht. Tolstoi hat dem Fürsten die Erleichterung einer versöhnten Hochzeit verweigert. Er hat ihm die Schrift gegeben und die Einsicht, dass das Reich so nicht bleiben darf.
Einordnung
Tolstoi hat den Roman als Alterswerk gegen den Staat geschrieben, in dem er lebte, und gegen die Kirche, die ihn 1901 ausschloss. Die Gerichtsversammlung ist eine der großen Szenen der Weltliteratur: nicht weil ein Unschuldiger fällt – das wäre Kriminalstoff –, sondern weil alle wissen und niemand hält. Neben den beiden früheren Epen wirkt Auferstehung schmaler in der Gesellschaft, schärfer in der Moral. Man hat die Predigt getadelt, die den letzten Teil trägt; man hat die Genauigkeit der Transporte gerühmt, die jede Predigt erst glaubwürdig macht. Verfilmungen, von Russland bis zu westlichen Fassungen, haben oft die Liebe des Fürsten in den Vordergrund gerückt. Das Buch will die Liebe als Schuld und die Schuld als System.
Im Deutschen hält Insel den Band; ältere Reclam-Übersetzungen trugen den Text durch die Schulen. Wer Tolstoi nur als Erzähler von Schlachten und Ehebruch kennt, findet hier den Pamphletisten, der erzählen kann. Die Auferstehung ist unkirchlich und unbequem: Sie verlangt, dass der Geschworene aufsteht, nicht der Tote. Nach diesem Roman war Tolstoi der Gewissensfürst Europas, geliebt und ungelesen in der Länge der Etappen. Die Länge ist die These. Wer sie kürzt, kürzt die Haft.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
