Gnadenlos
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Gnadenlos |
| Autor(en): | Tom Clancy |
| Originaltitel: | Without Remorse |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1993 |
| Schlagwörter: | Rache, Vietnam, Baltimore, Geheimdienst |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Heyne
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| Umfang dieser Ausgabe: | 896 Seiten |
| ISBN: | 9783453436770 |
| Verweise | |
Gnadenlos ist der 1993 erschienene Spannungsroman von Tom Clancy, im Original Without Remorse, und die Vorgeschichte des späteren CIA-Mannes John Clark. Der deutsche Titel nennt die Härte, mit der ein Vietnamveteran in Baltimore Rache nimmt und zugleich eine geheime Befreiungsmission in Südostasien führt. Clancy, bekannt durch die Jack-Ryan-Romane, hat hier das technische Verfahren seiner politischen Spannungsromane – Dienststellen, Waffensysteme, Befehlsketten – mit einer privaten Blutrache verbunden. Der Band spielt 1971, also vor Jagd auf Roter Oktober, und erklärt, wie aus dem Bootsbauer John Kelly der Agent Clark wird. 2021 kam eine Verfilmung unter Clancys Namen in die Kinos. Das Buch ist länger und kälter als der Film.
Inhalt
Kelly, ehemaliger Kampfschwimmer, hat die schwangere Frau bei einem Unfall verloren und lebt auf einer Insel in der Chesapeake Bay, wo er Boote baut. Er nimmt die junge Pamela Madden auf, die einem Zuhältering entkommen ist; mit Hilfe des Ärztepaars Sam und Sarah Rosen kommt sie von den Drogen weg. Der Ring holt sie zurück. Nach einer Verfolgungsjagd wird Pam ermordet, Kelly schwer verletzt. Im Krankenhaus lernt er die Schwester Sandy O’Toole kennen. Sobald er stehen kann, beginnt er, die Männer, die Pam gebrochen haben, einzeln zu jagen: mit der Genauigkeit eines Soldaten, der Feindaufklärung für eine persönliche Sache hält. Clancy schildert die Unterwelt Baltimores als Parallelwirtschaft aus Heroin, Korruption und Leichen, die im Bauch toter Soldaten aus Vietnam ins Land kommen.
Zugleich holt die Marine Kelly für eine Mission, der er sich nicht entziehen kann: Amerikanische Offiziere sitzen in einem nicht gemeldeten Lager in Nordvietnam, und niemand kennt das Delta so gut wie er. Kelly führt ein Team, während in Baltimore die Polizei – darunter der Vater des späteren Jack Ryan – einem unbekannten Rächer auf der Spur ist. Die militärische Operation wird verraten und scheitert; Kelly kehrt zurück und setzt die Rache fort. Eine Freundin Pams, Doris, die er befreit hat, wird ebenfalls getötet. Kelly beendet den Feldzug gegen die Gang, täuscht bei einer Verfolgungsjagd auf dem Wasser den eigenen Tod vor und wird von Admirälen aufgenommen, die ihn brauchen.
Er erhält eine neue Identität als John Clark, tritt in den Dienst der CIA und lebt mit Sandy in Virginia. Im Laufe der Handlung begegnen Figuren, die in Clancys späterem Romanuniversum Ämter übernehmen: James Greer, Ritter, Männer der Küstenwache. Der Roman schließt nicht mit gerichtlicher Sühne, sondern mit einer Amtseinführung: Der Staat legalisiert den Mann, den er als Mörder gesucht hat, weil er ihn als Werkzeug erkennt. Kelly hat Pam nicht zurückgebracht; er hat eine Laufbahn begonnen. Genau darin liegt die Kälte des Schlusses. Gnade kommt nicht vor, weder bei den Gangstern noch bei den Admirälen, und Kelly verlangt sie nicht.
Einordnung
Clancy hat mit Gnadenlos den Ursprung seines härtesten Agenten geschrieben und zugleich ein Stück Vietnam-Nachgeschichte, in dem der Krieg nach Baltimore heimkehrt. Der Band steht quer zu den Ryan-Romanen, in denen Politik oft als Schach erscheint: Hier ist Politik Schlamm, Rauschgift und eine Akte, die nicht existieren darf. Die Länge, fast neunhundert Taschenbuchseiten, kommt aus Clancys Verfahren, jede Waffe und jede Behörde zu erklären; wer das als Ballast liest, verfehlt, dass die Genauigkeit hier die Moral ersetzt. Der Held tötet ohne Reue, und der Text gibt ihm recht, indem er die Opfer der anderen Seite als Ungeziefer zeichnet. Das ist die Grenze des Buches und sein Programm.
Die Verfilmung von 2021 hat die Vietnam-Mission gekürzt und Kelly weicher gemacht. Das Buch bleibt ein Dokument der neunziger Jahre, in denen der amerikanische Spannungsroman den Veteranen als einsamen Richtenden feierte. Clancy gibt der Rache eine Amtshandlung und der Amtshandlung eine neue Identität. Wer nach Clancy über die Geburt des Agenten Clark spricht, spricht hinter diesem Band; wer den Titel für einen beliebigen Rächerkrimi hält, hat die zweite Front nicht gesehen – die, auf der derselbe Mann für denselben Staat stirbt und wiederaufersteht, mit neuem Namen.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
