Robinson Crusoe

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Robinson Crusoe
Autor(en): Daniel Defoe
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Penguin Verlag
Serie:
Erscheinungsjahr: 1719
Seitenanzahl: 443 Seiten
Originaltitel: The Life and Strange Surprizing Adventures of Robinson Crusoe, of York, Mariner
Originalsprache: englisch
ISBN-10: 3328108610
ISBN-13/

EAN-Code:

9783328108610
Schlagwörter: Insel, Schiffbruch, Arbeit, Kolonialismus
Sachgebiete: Roman
Rezensionen

Robinson Crusoe ist der 1719 erschienene Roman von Daniel Defoe, im Original mit einem Titel von seitenlanger Ausführlichkeit. Er gilt als der erste moderne englische Roman und hat einer ganzen Gattung den Namen gegeben: der Robinsonade.

Inhalt

Gegen den Rat seines Vaters, der ihm das ruhige Auskommen des Mittelstands predigt, geht der junge Robinson Crusoe aus York zur See. Die Warnung erfüllt sich in Etappen: Sturm und Schiffbruch, Gefangenschaft bei Korsaren in Nordafrika, Flucht in einem Beiboot, dann ein Neuanfang als Pflanzer in Brasilien, wo er es zu Wohlstand bringt. Weil ihm auch das nicht genügt, bricht er zu einer Fahrt auf, die Sklaven aus Afrika holen soll – und wird als einziger Überlebender an eine unbewohnte Insel nahe der Orinoco-Mündung geworfen.

Was folgt, ist die genaueste Buchhaltung der Literaturgeschichte. Crusoe holt in elf Fahrten alles Brauchbare aus dem Wrack, zählt Bretter, Nägel, Pulver und Gewehre, richtet Höhle und Zaun ein, schnitzt einen Kalenderpfosten und führt Tagebuch mit einer Spalte für das Gute und einer für das Schlechte. Er lernt Getreide zu säen, Töpfe zu brennen, Ziegen zu zähmen, Brot zu backen – jeder Handgriff einmal misslungen und dann beschrieben. In einer schweren Krankheit stößt er auf eine Bibel aus dem Wrack und liest sich in eine Frömmigkeit hinein, die seine Lage als Prüfung und Erziehung deutet. Fünfzehn Jahre bleibt er allein, dann findet er einen nackten Fußabdruck im Sand, und aus dem Herrn der Insel wird ein Mann, der sich versteckt.

Die Spur führt zu Kannibalen, die auf der Insel Gefangene töten. Crusoe rettet einen von ihnen, nennt ihn nach dem Wochentag Freitag, lehrt ihn Englisch, Arbeit und Christentum und lässt sich Herr nennen. Zu zweit, später mit weiteren Geretteten, entsteht eine kleine Kolonie. Als englische Matrosen ihren Kapitän auf der Insel aussetzen wollen, schlägt Crusoe sich auf dessen Seite, gewinnt das Schiff zurück und kehrt nach achtundzwanzig Jahren nach Europa heim, wo ihn die Erträge der brasilianischen Pflanzung zum reichen Mann gemacht haben.

Einordnung

Den Anstoß gab ein Zeitungsstoff: Der Seemann Alexander Selkirk hatte viereinhalb Jahre allein auf einer Insel vor Chile gelebt, seine Rettung 1709 erregte in England Aufsehen. Defoe machte daraus keine Abenteuergeschichte, sondern gab sich im Vorwort als bloßer Herausgeber eines wahren Berichts aus und übertrug die Faktentreue seiner journalistischen Arbeit auf den Roman – daher die Detailfülle, die Leser noch heute für Wirklichkeit nehmen. Gelesen wird das Buch als Loblied auf Arbeit und bürgerliche Selbsthilfe, ebenso aber als Musterfall kolonialen Denkens: Die Insel wird Eigentum, weil einer sie in Besitz nimmt, und der Gerettete wird Diener, weil er gerettet wurde.