Herr aller Dinge
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Herr aller Dinge |
| Autor(en): | Andreas Eschbach |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Bastei Lübbe |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 2011 |
| Seitenanzahl: | 688 Seiten |
| Originaltitel: | Herr aller Dinge |
| Originalsprache: | deutsch |
| ISBN-10: | 3404177940 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783404177943 |
| Schlagwörter: | Nanomaschinen, Reichtum, Zivilisation, Macht |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Herr aller Dinge ist ein Roman von Andreas Eschbach, 2011 bei Lübbe erschienen. Ein japanischer Junge aus der Wäscherei einer Botschaft beschließt, alle Menschen reich zu machen, und stößt als Erwachsener auf Maschinen, die Materie nachbauen können. Eschbach erzählt das nicht als technische Spielerei, sondern als Lebensgeschichte zweier Kinder, die einander nicht loswerden. Der Band erhielt 2012 den Kurd-Laßwitz-Preis. Er gehört zu den Büchern, in denen die deutsche Unterhaltungsliteratur die große Maschine ernst nimmt, ohne den Menschen darüber zu vergessen.
Inhalt
Hiroshi Kato und Charlotte Malroux lernen sich als Kinder in Japan kennen. Charlottes Vater ist Botschafter, Hiroshis Mutter wäscht in der Gesandtschaft die Wäsche; die Mütter missbilligen die Freundschaft, die Kinder nicht. Hiroshi hält die Trennung in Arm und Reich für eine Beleidigung der Vernunft und fasst den Entschluss, sie abzuschaffen. Charlotte spürt an Gegenständen, was ihre Besitzer mit ihnen erlebt haben; ein altes Messer im Museum wirft sie so weit zurück, dass sie ohnmächtig wird. Die Familie wird versetzt, die Kinder verlieren sich. Hiroshi wird Musterschüler, studiert am Massachusetts Institute of Technology, trifft Charlotte auf einer Feier wieder und erklärt ihr seine Liebe. Sie ist mit dem Erben einer amerikanischen Dynastie verlobt, einem Mann, der sie betrügt und verachtet, und weist Hiroshi mit dem Hinweis auf Herkunft und Stand ab. Er verlässt die Stadt, um seine Idee zu bauen. Charlotte löst die Verlobung, der Verschmähte schwört Rache an dem Unbekannten, den er für den Anlass hält.
Jahre später lädt Hiroshi Charlotte auf eine philippinische Insel. Er hat Schwärme kleiner Roboter gebaut, die Müll in Werkzeuge verwandeln und sich vermehren sollen, bis Arbeit und Geld überflüssig werden. Die dritte Generation misslingt, weil die Nachbauten ungenau sind. Hiroshi erkennt, dass nur Maschinen aus einzelnen Atomen die Genauigkeit hätten, und hält das für unmöglich. Charlotte sucht derweil nach Spuren einer älteren Menschheit und nimmt an einer Expedition auf eine sibirische Insel teil. Im Eis liegen metallene Bruchstücke; ein Forscher berührt eine Lanze und wird von ihr aufgesogen. Die Insel verwandelt sich in eine Festung, die Schiffe und Menschen frisst. Charlotte denkt an Hiroshis Insel. Er kommt, spricht mit der Maschine, verschwindet in ihr; die Festung löst sich auf. Hiroshi schweigt vor den Großmächten, die die Technik haben wollen. Tatsächlich hat er Nanomaschinen in die Stirn wandern lassen. Er lernt, sie zu lenken, löst in Kanada versehentlich denselben Festungsbau aus und begreift: Die Sonde ist ein Verzeichnis von Bauplänen, über das in Eile ein Vernichtungsprogramm gestülpt wurde. Eine ältere Menschheit, am Rand der Auslöschung, hat Konstruktionsgeräte zu Waffen gemacht. Sie sollten jede bewohnbare Welt auffressen und neue Sonden starten – außer der Erde, der Heimat. Die sibirische Sonde hatte Hiroshi als Erbauer erkannt und Halt gemacht.
Hiroshi lässt sich eine Schnittstelle ins Gehirn setzen und wird, was der Titel sagt: Herr über die Materie. Charlotte hat einen Gehirntumor; er heilt sie. Staaten und Dienste jagen ihn. Er flieht, schließt sich in Südamerika in eine riesige Abbildung der Mandelbrotmenge ein und befiehlt den Maschinen, das Eisen aus seinem Blut zu einem Messer zu formen und sich danach zu zerstören. Er erstickt. Das Messer bleibt für Charlotte. Mit ihrer Gabe spürt sie, was er ein Leben lang für sie empfunden hat.
Einordnung
Eschbach hat die Kindheitsidee, alle sollten reich sein, nicht verspottet und nicht erlöst. Die Nanomaschinen lösen den Mangel und setzen an seine Stelle die Frage, wer eine solche Macht tragen darf. Hiroshi darf sie nicht; er tötet sich, damit niemand sie erbt. Das ist konservativer, als die technische Phantasie zuerst klingt: Nicht die Maschine ist das Problem, sondern die Unreife derer, die sie bedienen. Gegenüber Crichtons Nanoroman Prey, dessentwegen Eschbach den Stoff liegen ließ, bleibt Herr aller Dinge ein Entwicklungsroman zweier Figuren, keine Jagd auf ein graues Wüten. Die Liebe ist keine Verzierung; ohne Charlotte gäbe es die Kindheitsidee nicht, und ohne sie gäbe es das Messer nicht, in dem das Leben lesbar wird.
Der Kurd-Laßwitz-Preis hat das Buch in die Reihe der deutschsprachigen Zukunftsromane gestellt, die nach der Jahrtausendwende wieder gelesen wurden, neben Schätzings Der Schwarm. Wer Eschbach nur vom Jesus-Video kennt, findet hier denselben Sinn für den großen Zusammenhang und eine langsamere Wärme. Die Verfolger aus Militär und Geheimdienst sind Staffage; das eigentliche Gericht ist Hiroshis Einsicht, dass Atlantis kein Märchen war, sondern ein Krieg, und dass die Galaxis seither eine Welle der Vernichtung durchläuft. Der Roman schließt nicht mit einer neuen Ordnung, sondern mit einem Gegenstand, den nur eine Frau lesen kann.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
