Hannibal

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Hannibal
Autor(en): Thomas Harris
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Heyne
Serie:
Erscheinungsjahr: 1999
Seitenanzahl: 560 Seiten
Originaltitel: Hannibal
Originalsprache: englisch
ISBN-10: 3453440323
ISBN-13/

EAN-Code:

9783453440326
Schlagwörter: Rache, Florenz, FBI, Psychiater
Sachgebiete: Roman
Rezensionen
Umschlag

Hannibal ist der 1999 erschienene Roman von Thomas Harris, Fortsetzung von Das Schweigen der Lämmer. Jahre nach der Flucht des Psychiaters Hannibal Lecter sitzt die FBI-Agentin Clarice Starling in der Behörde fest, während ein verstümmelter Erbe ein Vermögen auf Lecters Tod setzt. Harris hat den dritten Lecter-Band nicht als erneute Jagd im Keller geschrieben, sondern als Geschichte einer Annäherung, die viele Leser als Verrat am ersten Paar empfanden. Der Roman ist der letzte in der inneren Zeit; das spätere Buch über Lecters Jugend kam erst danach und erklärt nichts von diesem Schluss. Deutsch erschien der Band im selben Jahr bei Heyne, in der Übersetzung von Ulrich Bitz, die den kalten Ton der Vorlage hält.

Inhalt

Clarice Starling hat bei einem Einsatz Tote zu verantworten und wird auf Nebenarbeit abgeschoben: den Handel mit Andenken an den entflohenen Hannibal Lecter. Mason Verger, Erbe eines Fleischimperiums, den Lecter einst im Rausch zur Selbstverstümmelung überredet hat, setzt ein Kopfgeld und will den Psychiater von eigens abgerichteten Schweinen fressen lassen. In Florenz erkennt der Kommissar Rinaldo Pazzi in einem neuen Bibliothekskurator Lecter, denkt an das Geld, nicht an die Behörde, und stirbt bei dem Versuch, ihn den sardinischen Entführern zu übergeben. Lecter entkommt nach Amerika.

Starling spürt Lecters Geschmack und Haltung näher, als die Akten es erlauben: Wein, Zeichnung, die Manieren eines Mannes, der Menschen isst und sich für den letzten Mann von Stand hält. Paul Krendler, der Vertreter des Justizministeriums, lässt sich von Verger kaufen: Lecter soll nicht der Justiz, sondern der privaten Rache überstellt werden. Als Lecter auf Vergers Anwesen doch gefangen wird, folgt Starling der Spur, unterbricht die Inszenierung und befreit ihn. Verger stirbt durch die Hand der Schwester Margot, die ihm die Muräne in den Mund schiebt. Fast alle Helfer kommen um. Lecter hebt sich Krendler für ein Abendessen auf: Betäubt, die Schädeldecke geöffnet, wird dem Mann das eigene Gehirn vorgesetzt, ehe Lecter ihn mit der Armbrust tötet. Starling isst mit.

Danach reisen die beiden; später leben sie in einem Haus bei der französischen Botschaft in Argentinien. Harris lässt Starling nicht zur Jägerin zurückkehren, die Lecter einfängt, sondern zur Gefährtin, die seine Welt betritt. Das FBI hat sie verbraucht, Lecter bietet Kultur, Geld und eine Nähe, die die Behörde nie war. Das ist der Schluss des Romans, nicht der des Films.

Einordnung

Harris hat Lecter vom inhaftierten Orakel zum reichen Ästheten gemacht und Starling aus der Behörde in dessen Haushalt geführt. Viele Leser von Das Schweigen der Lämmer haben das als Bruch empfunden: Die Agentin, die dem Monster standhielt, teilt mit ihm den Tisch. Harris erzählt das als seelische Verwandtschaft und als Kritik an einer Behörde, die Starling verbraucht; andere lasen eine Männerfantasie, die die Heldin verschlingt. Der Band steht am Ende der Lecter-Handlung, auch wenn die Entstehungsgeschichte der Figur später nachgeliefert wurde. Die Jagd ist vorbei; was bleibt, ist die Frage, wer wen gerettet hat und ob Rettung hier noch das richtige Wort ist.

Ridley Scotts Film von 2001 mit Anthony Hopkins und Julianne Moore ändert das Ende: Starling legt Lecter die Handschellen an, er entkommt allein. Jack Crawford und Margot Verger fallen aus. Wer nur den Film kennt, kennt eine Jagd mit offenem Ausgang, nicht das gemeinsame Haus in Argentinien. Harris, einst Gerichtsreporter, hat die Gewalt nie versteckt; hier wird sie zum Ritual eines Paares, und genau das hat den Band umstritten gemacht. Die Heyne-Taschenbuchausgabe folgt der Übersetzung von Ulrich Bitz.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.