Rayuela

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Rayuela
Autor(en): Julio Cortázar
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Suhrkamp Verlag
Serie:
Erscheinungsjahr: 1963
Seitenanzahl: 645 Seiten
Originaltitel: Rayuela
Originalsprache: spanisch
ISBN-10: 3518460579
ISBN-13/

EAN-Code:

9783518460573
Schlagwörter: Paris, Buenos Aires, Antiroman, Leseordnung
Sachgebiete: Roman
Rezensionen

Rayuela, deutsch erschienen als Rayuela. Himmel und Hölle, ist der 1963 veröffentlichte Roman des Argentiniers Julio Cortázar. Der Titel bezeichnet das Kinderspiel Himmel und Hölle, bei dem man hüpfend von Feld zu Feld gelangt – und beschreibt damit auch, wie das Buch gelesen werden soll.

Inhalt

Im ersten Teil lebt der argentinische Intellektuelle Horacio Oliveira in Paris, ohne Beruf und ohne Ziel, in einem Kreis von Künstlern und Theoretikern, der sich Club de la Serpiente nennt und nächtelang über Jazz, Metaphysik und Literatur redet. Sein Gegenpol ist la Maga, eine Uruguayerin, die nichts von den Büchern versteht, über die er sich definiert, und die deshalb genau das besitzt, was er sucht: einen unmittelbaren Zugang zur Welt. Als ihr kleiner Sohn in der Wohnung stirbt, während die Gesellschaft weiterdiskutiert, bricht die Verbindung; la Maga verschwindet.

Der zweite Teil führt Oliveira zurück nach Buenos Aires, wo er bei seinem Jugendfreund Traveler und dessen Frau Talita unterkommt. In den beiden erkennt er ein Spiegelbild dessen, was er verloren hat, und beginnt, Talita mit la Maga zu verwechseln. Die drei arbeiten erst in einem Zirkus, dann in einer psychiatrischen Klinik, deren Insassen sich vom Personal kaum unterscheiden. Die Szene, in der Talita auf einem Brett zwischen zwei gegenüberliegenden Fenstern über die Straße balancieren soll, um Oliveira Nägel und Mate zu bringen, ist zum Sinnbild des Romans geworden: ein waghalsiges Gestell, um sich die wenigen Schritte über den Hausflur zu ersparen.

Der dritte Teil trägt die Überschrift „Von anderen Ufern“ und besteht aus Notizen, Zeitungsschnipseln und den Reflexionen eines fiktiven Schriftstellers namens Morelli, der einen Roman ohne Handlung fordert. Cortázar schlägt zwei Leseweisen vor: die geradlinige durch die ersten sechsundfünfzig Kapitel, nach denen das Buch zu Ende ist, oder eine springende, die die angeblich verzichtbaren Kapitel dazwischenschiebt und am Schluss in eine Endlosschleife zwischen zwei Kapiteln mündet. Ob Oliveira aus dem Fenster springt, bleibt in beiden Fassungen offen.

Einordnung

Cortázar wollte einen „absolut antiromanhaften Roman“ und verstand ihn als Ohrfeige im Sinne des Zen: Der bloß konsumierende Leser wird ausdrücklich abgewiesen, gefragt ist der Leser als Komplize, der die Reihenfolge mitverantwortet. Damit verbindet Rayuela die Suche nach einem verlorenen Zentrum, wie sie schon Cortázars Erzählungen prägte, mit einem formalen Experiment, das den Roman als feste Ordnung aufkündigt. Das Buch wurde zum Schlüsseltext des lateinamerikanischen Booms und ist bis heute Cortázars einflussreichstes Werk.