Eine Studie in Scharlachrot

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Arthur Conan Doyle · 1887 · Roman
Das Werk
Deutscher Titel: Eine Studie in Scharlachrot
Autor(en): Arthur Conan Doyle
Originaltitel: A Study in Scarlet
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1887
Schlagwörter: Detektiv, London, Rache, Utah
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: Reclam


Umfang dieser Ausgabe: 202 Seiten
ISBN: 9783150207529
Verweise

Eine Studie in Scharlachrot ist der erste Sherlock-Holmes-Roman von Arthur Conan Doyle, 1887 im Beeton’s Christmas Annual erschienen, als Buch 1888. Der englische Titel A Study in Scarlet meint eine Studie in Scharlach, Blut als Farbe auf der Leinwand des Verbrechens. Doyle stellt den Kriegsarzt John Watson und den Beratenden Detektiv Sherlock Holmes in der Baker Street zusammen und lässt sie den ersten gemeinsamen Fall lösen: einen Giftmord in einem leeren Haus, dessen Motiv in Utah liegt. Der Erfolg kam später, mit den Kurzgeschichten im Strand Magazine; dieser erste Roman wurde lange unterschätzt. Er bleibt die Urszene: zwei Männer, ein Zimmer, eine Methode.

Inhalt

Watson, vom afghanischen Krieg versehrt und knapp bei Kasse, sucht in London einen Mitbewohner. Ein Bekannter vermittelt ihn an Holmes, der im Labor mit Blut und Reagenzien arbeitet und eine Wohnung in der Baker Street 221b teilt. Watson staunt über die Lücken in Holmes’ Bildung und über die Schärfe, mit der dieser aus einem Tropfen, einem Tritt, einem Hut ganze Biographien liest. Die Polizei, Lestrade und Gregson von Scotland Yard, holt Holmes zu einem Haus in Lauriston Gardens: Ein Mann liegt tot, ohne Wunde, an der Wand das Wort Rache, im Blut ein Ring. Holmes misst, staubt, schweigt und lässt die Inspektoren falsch liegen, ohne sie zu demütigen, außer durch Richtigkeit.

Der Tote ist Enoch Drebber aus Cleveland, bald fällt auch dessen Begleiter Joseph Stangerson. Holmes setzt eine Anzeige, fängt einen Straßenjungen seiner irregulären Truppe und stellt den Mörder: den amerikanischen Kutscher Jefferson Hope, der stirbt, bevor das Gericht ihn braucht – ein Aneurysma, lange vorhergesagt. Hope hat Drebber und Stangerson jahrelang gejagt. Doyle unterbricht hier die Londoner Erzählung und schiebt eine zweite ein, in Utah unter den Mormonen: die junge Lucy Ferrier und ihr Vater, von Brigham Youngs Gemeinwesen bedrängt, die Zwangsehe, Hopes Liebe, die Flucht, der Tod Lucys. Drebber und Stangerson sind die Nutznießer. Hope hat sie mit Gift in einer Pille getötet, nach einem Los, das dem Opfer die Wahl zwischen zwei Pillen ließ.

Watson schreibt den Fall nieder; Holmes zuckt die Achseln über die literarische Form und über die Polizei, die den Ruhm einstreicht. Die Freundschaft ist geschlossen, das Muster sitzt: Watson erzählt, Holmes schließt, London liefert die Bühne, die Ferne das Motiv. Doyle hat die Mormonenepisode im Stil der Abenteuerromane seiner Zeit geschrieben, mit dunklen Reitern und Zwang; sie bleibt der umstrittene Teil des Buches, näher beim Trivialroman als bei der Baker Street. Der Londoner Teil begründet alles Spätere: die Wohnung, der deduktive Blick, die Irregulars, Lestrade, die Geige, das Labor. Scharlachrot ist das Blut und die Studie, die Holmes daraus macht.

Einordnung

Ohne diesen Roman gäbe es Holmes nicht als Paar mit Watson, nur als Idee eines scharfen Kopfes. Doyle, selbst Arzt, hat die Methode aus der Klinik in die Gasse getragen: beobachten, schließen, nicht moralisieren. Der erste Band fand wenig Echo; der Durchbruch kam 1891 mit den Kurzgeschichten. Vier Romane und sechsundfünfzig Erzählungen folgten; dieser bleibt der Anfang, mit allen Ungelenkheiten des Anfangs. Die Utah-Handlung hat man später oft gekürzt oder peinlich gefunden; sie erklärt Hopes Rache und zeigt, dass Doyle den Detektivroman noch mit dem Abenteuerbuch kreuzte, bevor die Baker Street sich selbst genügte.

Verfilmungen und Serien haben die Begegnung unzählige Male nachgestellt und die Mormonen oft weggelassen oder umgeschrieben. Die Reclam-Neuübersetzung von Holger Hanowell hält den ersten Roman wieder als eigenes Buch greifbar, nicht nur als Anhang der späteren Ruhmestaten. Holmes ist hier noch nicht die Figur mit der Kappe, die das zwanzigste Jahrhundert aus ihm gemacht hat; er ist ein Mann, der Blutgruppen ahnt, bevor die Medizin sie kennt, und der einen Freund braucht, weil niemand sonst zuhört. Wer die Reihe in der Mitte betritt, verpasst, dass aus einer Anzeige um eine Wohnung die bekannteste Adresse der Kriminalliteratur wurde.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.