Don Quijote

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Don Quijote
Autor(en): Miguel de Cervantes
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: dtv
Serie:
Erscheinungsjahr: 1605
Seitenanzahl: 1166 Seiten
Originaltitel: El ingenioso hidalgo Don Quixote de la Mancha
Originalsprache: spanisch
ISBN-10: 3423123516
ISBN-13/

EAN-Code:

9783423123518
Schlagwörter: Ritterroman, Wahn, Ironie, Spanien
Sachgebiete: Roman
Rezensionen

Don Quijote, vollständig Der sinnreiche Junker Don Quijote von der Mancha, ist der Roman von Miguel de Cervantes, dessen erster Teil 1605 und dessen zweiter Teil 1615 erschien. Er gilt als der erste moderne Roman der europäischen Literatur.

Inhalt

In einem Dorf der Mancha lebt ein verarmter Landadliger, der über der Lektüre von Ritterromanen den Verstand verliert. Er beschließt, selbst als fahrender Ritter auszuziehen, flickt sich eine Rüstung zusammen, in der eine Barbierschüssel als Helm dient, erhebt seinen alten Klepper zum Streitross Rosinante und erklärt eine Bauernmagd aus El Toboso zur unerreichbaren Herrin Dulcinea. Auf der ersten Ausfahrt hält er ein Wirtshaus für eine Burg und lässt sich vom Wirt, der den Spaß mitspielt, zum Ritter schlagen. Verprügelt kehrt er heim, wo Nichte, Haushälterin, Pfarrer und Barbier seine Bibliothek verbrennen und die Kammer zumauern.

Auf der zweiten Fahrt begleitet ihn der Bauer Sancho Panza, dem er die Statthalterschaft über eine Insel verspricht. Das Gespann liefert die berühmten Episoden: Windmühlen, die Quijote für Riesen hält, Hammelherden als feindliche Heere, die Befreiung von Galeerensklaven, die ihn zum Dank steinigen, die Buße in der Sierra Morena. Sancho glaubt seinem Herrn nicht, folgt ihm aber, und im Dauergespräch der beiden – Sprichwörter gegen Buchwissen, Hunger gegen Ehre – entsteht der eigentliche Reiz des Buches.

Der zweite Teil verschiebt das Spiel auf eine neue Ebene: Die Figuren haben den ersten Teil gelesen, und Quijotes Ruhm läuft ihm voraus. Ein Herzogspaar lädt die beiden auf sein Schloss und inszeniert zu seiner Belustigung immer aufwendigere Streiche; Sancho bekommt tatsächlich eine Statthalterschaft und regiert sie mit überraschendem Verstand, ehe er froh aufgibt. In Barcelona schließlich besiegt ein als fremder Ritter verkleideter Bekannter aus seinem Dorf den Junker im Zweikampf und zwingt ihn zur Heimkehr. Dort erlangt Quijote auf dem Sterbebett seine Vernunft zurück, verwirft die Ritterbücher und stirbt als Alonso Quijano – während Sancho ihn bittet, doch noch einmal aufzubrechen.

Einordnung

Cervantes, Kriegsveteran von Lepanto und ehemaliger Gefangener in Algier, verlegt seine Parodie nicht in ein mythisches Arkadien, sondern in das zeitgenössische Spanien einer verarmten Landschaft – daraus bezieht der Roman seinen Realismus. Er beginnt als Spott über eine Mode und wird zur Untersuchung darüber, wie Lesen die Wahrnehmung formt und wo Einbildung in Würde umschlägt. Ein untergeschobener Fremdautor, der 1614 eine eigene Fortsetzung veröffentlichte, veranlasste Cervantes zu jenem zweiten Teil, in dem der Roman sich selbst zum Thema macht.